Wie kann Bildung zu einem Schlüsselelement für die Bewältigung der Klimakrise werden? Dieser Sammelband zeigt, wie Klimawandel und Bildung gemeinsam gedacht werden können, jenseits reiner Problemanalyse und mit einem klaren Fokus auf handlungsorientierte Lösungen.

Die Beiträge greifen aktuelle Herausforderungen im Kontext von Klimawandel und Nachhaltigkeit auf und entwickeln innovative Wege einer transformativen Klimabildung. Sie geben Einblicke in empirisch fundierte und praxisnahe Konzepte, Methoden und Projekte, die Lernräume für kritisches Denken, gesellschaftliche  Mitverantwortung und Zukunftsoptimismus eröffnen.

So entsteht ein vielschichtiges Bild von Bildung als Hebel für gesellschaftliche Transformation: Sie macht nicht nur die Spuren unseres ökologischen Fußabdrucks sichtbar, sondern zeigt zugleich Wege auf, durch den Handabdruck aktiv Lösungen zu gestalten. 

Die koloniale Vergangenheit Deutschlands und deren Auswirkungen in der Gegenwart sowie die Auseinandersetzung mit dekolonialen Perspektiven sind Themen, mit denen sich auch Schülerinnen und Schüler vermehrt beschäftigen. Im vorliegenden Unterrichtsimpuls wird Berlin als Stadtraum, also das konkrete Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler, zum Ort der Auseinandersetzung mit historischen Zusammenhängen des Kolonialismus, mit Konsequenzen bis in die Gegenwart und mit der Frage des Umgangs mit kolonialen Kontinuitäten und mit Fragen der Erinnerungskultur.

Der vorliegende Unterrichtsimpuls entstand im Rahmen eines Unterrichtsvorhabens in der Einführungsphase an der Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule und soll beispielhaft darstellen, wie der Rahmenlehrplan der gymnasialen Oberstufe Berlin Brandenburg im Kontext der übergreifenden Themen gestaltet werden kann. Außerdem bezieht sich das Beispiel explizit auch auf den KMK-BMZ Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung, der 2025 auch für die gymnasiale Oberstufe veröffentlicht wurde.

Training4Transformation: Zukunft gemeinsam gestalten

Transformation verstehen, Kraft schöpfen und wirksam werden, auf eine Art und Weise, die uns selbst und unserer Mitwelt gut tut, darum geht’s beim Training4Transformation. Der Bildungsurlaub findet vom 7.–11. September 2026 in der alten Dorfschule von IndiTO Bildung, Training und Beratung statt. Das Training verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse, gute Beispiele und hilfreiche Methoden für die Transformation zu nachhaltigen und lebenswerten Städten und Gemeinden.

Das erwartet die Teilnehmenden

Wie wir die Welt zusammenhalten und gemeinsam gestalten – Impuls & Dialog

Erneuerung der Entwicklungspolitik und Erhalt demokratischer Strukturen – im Dialog mit Bundesministerin Reem Alabali-Radovan: Globale Krisen, geopolitische Verschiebungen und wachsende Ungleichheiten verändern die Rahmenbedingungen internationaler Zusammenarbeit tiefgreifend. Zugleich eröffnen sie neue Chancen für eine zukunftsorientierte, solidarische und wirksame Entwicklungspolitik.

Staatliche Akteure und Zivilgesellschaft stehen vor der Aufgabe, unter veränderten finanziellen und strukturellen Bedingungen neue Wege zu gehen und ihre Gestaltungskraft zu stärken.

Scheinbar gibt es viele junge Menschen, die für Themen – und erst recht für ein Engagement – im Bereich Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit nur schwer oder gar nicht zu erreichen sind. Doch wer sind diese jungen Menschen, was bewegt sie? Mit welchen Alltagssorgen und Teilhabebarrieren sind sie konfrontiert? Und wie können Multiplikator*innen aus Jugend- und Verbandsarbeit besonders jene mit wenig Zugang zu Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeitsthemen wirksam erreichen und einbeziehen? Woran scheitert dies bisher, und welche Veränderungshebel stehen uns zur Verfügung?

Zu diesen Fragen bietet das Praxishandbuch eine ebenso kompakte wie nützliche Arbeitshilfe. Es richtet sich an Multiplikator*innen, die mit jungen Menschen arbeiten und diese dabei unterstützen möchten, eigene Zugänge zu Nachhaltigkeitsthemen zu entwickeln – ob in Jugendtreffs, Schulen, Vereinen, Kultur- und Sportangeboten, Freiwilligendiensten, Kommunen oder auch in zivilgesellschaftlichen Organisationen. Gleichzeitig soll es als Unterstützung für diejenigen Akteur*innen dienen, die bereits im Bereich Umwelt, Klima und/oder Nachhaltigkeit aktiv sind und ihre Zielgruppen erweitern wollen – zum Beispiel, weil sie merken, dass ihre Angebote immer nur durch ein bestimmtes Milieu (z.B. Gymnasialschüler*innen aus einem bestimmten Stadtteil) angenommen werden.

Das erarbeitete Handbuch bietet praxisnahe Ideen, Methoden, Lesetipps und Erfahrungen, die zeigen, wie Nachhaltigkeit in der Jugendarbeit ganz konkret und lebensnah verankert werden kann. Hervorzuheben ist dabei die Rolle von Kooperationen. Denn besonders wirkungsvoll ist es, wenn Akteur*innen aus verschiedenen Engagementfeldern zusammenarbeiten. Hier erschließt sich ein großes Potenzial für Synergien und gegenseitige Lerneffekte. 

Das Handbuch will Mut machen, neue Wege zu gehen: Kooperationen zu wagen, Peer-to-Peer-Lernen zu fördern und Themen so zu gestalten, dass sie berühren, motivieren und verbinden. 

Die Unterrichtsreihe „Rechte der Natur: Für die Rettung unserer natürlichen Lebensgrundlagen dringend nötig?“ wurde im Zusammenhang mit den Veranstaltungen der Klimabuchmesse 2025 und 2026 konzipiert. Sie ist Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse und der Oberstufe empfohlen.  

Sie setzt sich aus drei Unterrichtseinheiten zusammen: Die erste und zweite Unterrichtseinheit laden zu einer kontroversen Auseinandersetzung mit dem Konzept der Rechte der Natur ein. Die Schülerinnen und Schüler analysieren ausgewähltes Videomaterial sowie Texte und Schaubilder im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Sie wägen Argumente pro und kontra ab und beziehen Stellung zu der Frage: Können Eigenrechte der Natur unsere natürlichen Lebensgrundlagen besser schützen, als das bisherige Umweltrecht und die Umweltverbandsklage und wenn ja, inwieweit? 

Anschließend beurteilen sie, ob ein Rechtssystem umsetzbar ist, das die Natur als Rechtssubjekt einbezieht und überlegen, welche Folgen eine ökologisch orientierte Rechtsordnung für Mensch und Natur haben könnte. Die dritte, abschließende Unterrichtseinheit schlägt zwei verschiedene Gestaltungsaufgaben zur Auswahl vor, in denen Gesetzestexte zu Eigenrechten der Natur entworfen werden können. 

Im Schulprogramm präsentiert das Team der Klimabuchmesse jedes Jahr Bücher, die sich als Lektüre in der Schule eignen. Zusätzlich zur Präsentation der Buchlektüren auf den Lesungen der KBM stellen Lehrkräfte aus dem KBM-Team pädagogisches Material zur Einbindung in den Unterricht zur Verfügung.

Das Material versucht, das bei vielen indigenen Gemeinschaften tief verwurzelte Konzept der Rechte der Natur auf den Globalen Norden zu übertragen. Dadurch wird das Thema stärker an die Lebenswelt von Schüler*innen im Globalen Norden angepasst. Gleichzeitig berücksichtigt das Material Perspektiven aus dem Globalen Süden jedoch kaum. Betroffene und Beteiligte aus dem Globalen Süden kommen nicht selbst zu Wort, sodass die globale Dimension des Themas weitgehend ausgeblendet bleibt. Das Material besteht größtenteils aus Text, wodurch nur wenige abwechslungsreiche oder partizipative Zugänge zum Thema angeboten werden. Abwechslungsreichere Methoden sowie ein verstärkter Einsatz von Bildern und anderen visuellen Elementen würden dazu beitragen, die Inhalte anschaulicher und motivierender zu vermitteln. 

Bewertung im Detail

Gesamtbewertung

3.8

Inhalt

3.7
Details ansehen

Globaler Kontexti

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Sachverhalte werden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf globale Interdependenzen und auf die Lebenssituation der Menschen im Globalen Süden wie auch in unserer eigenen Gesellschaft dargestellt. Die Materialien stellen Themen des Globalen Lernens in den Mittelpunkt und enthalten keine (versteckte) (Spenden-)Werbung.

Sachrichtigkeit/ Multidimensionalitäti

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Im Material werden nach Möglichkeit soziale, ökonomische, kulturelle, ökologische und politische Aspekte berücksichtigt. Das Material versucht, diese Aspekte/ Dimensionen und ihre Interdependenzen zusammen zu bringen und vernetztes Denken zu fördern. Nach Möglichkeit wird auf eine (eventuell) notwendige didaktische Reduktion in komplexen Themenfeldern hingewiesen. Die wichtigsten Aussagen des Materials werden durch Quellenangaben und Nachweise belegt.

Perspektivwechseli

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Das Material zeigt die Sachverhalte aus unterschiedlichen Perspektiven von Betroffenen und Beteiligten. Das Material bezieht Perspektiven aus dem Globalen Süden mit ein. Perspektiven aus dem Globalen Süden und Norden werden gleichberechtigt dargestellt.

Diskriminierungssensibilitäti

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Das Material verzichtet auf jegliche Diskriminierung, insbesondere auf rassistische, sexistische oder andere menschenfeindliche Positionen. Das Material bedient keine Stereotype (Text und Bildmaterial) und betont nicht (nur) die Opferperspektive.

Kontroversitäti

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Das Material regt zur eigenen Meinungsbildung an und vermeidet Indoktrination oder einseitige Manipulation. Kontroverse Sachverhalte oder Sichtweisen kommen zur Sprache. Zielkonflikte und Interessensgegensätze werden angesprochen und reflektiert. Nach Möglichkeit werden geschichtliche Hintergründe und koloniale Kontinuitäten wie z. B. Machtungleichheiten und Abhängigkeiten thematisiert.

Werthaltung und Empathiei

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die Materialien fördern die Bereitschaft, auch emotional an der Lebenswelt anderer Menschen sowie der Umwelt Anteil zu nehmen. Die Materialien unterstützen die Bereitschaft zur Solidarität und zur Übernahme von Mitverantwortung für Mensch und Umwelt und die gerechtere Gestaltung der Welt.

Didaktik

4.3
Details ansehen

Zielgruppenorientierungi

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Sprache und Diktion der Materialien sind an die Bedürfnisse der Zielgruppen angepasst. Die vorgeschlagenen Methoden sind den Zielgruppen und Verwendungszwecken angemessen. Die heterogenen Lernvoraussetzungen und das Lernumfeld der Lernenden werden berücksichtigt.

Lebensweltorientierungi

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die Beziehungen zur eigenen Lebenswelt werden dargestellt und reflektiert. Die Materialien ermöglichen es den Lernenden, eigene Bezüge zum Lerngegenstand herzustellen und diesen zu bewerten. Die Beispiele der Materialien greifen die Pluralität der Lebenswelten auf.

Handlungsorientierungi

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Handlungsmöglichkeiten werden in einer der Zielgruppe angemessenen Weise aufgezeigt. Die Reichweite des Engagements wird reflektiert.

Kompetenzorientierungi

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die Materialien benennen die gewählten Lernziele und das didaktische Vorgehen. Die Lernziele sind kompetenzorientiert im Sinne der BNE und diese Kompetenzen werden durch das Material gefördert.

Lernprozessei

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Eine eigenständige Reproduktion und Transfer des Gelernten in andere Zusammenhänge werden angeregt. Die Materialien machen Vorschläge zur weiteren Beschäftigung mit den behandelten Themen (z. B. Zugang zu vertiefenden Informationen, Anknüpfungspunkte für Aktionen und Engagement).

Methodenorientierungi

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die Materialien enthalten Vorschläge für verschiedene Lernformen in unterschiedlichen Bildungskontexten. Die gewählten Methoden, Lern- und Arbeitstechniken sind vielfältig, sinnstiftend und zielführend. Die Materialien unterstützen durch die Methodenauswahl individuelle Lernprozesse ebenso wie kooperative Arbeitsweisen. Die Materialien enthalten begleitende Erläuterungen für Lehrkräfte, die eine tragfähige Hilfestellung darstellen. Die Materialien bieten Anregungen zum fächerverbindenden Arbeiten und fördern so vernetztes Denken.

Gestaltung

3.0
Details ansehen

Layouti

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die äußere Aufmachung ist attraktiv, zeitgemäß und lesefreundlich. Texte werden durch Illustrationen/Schaubilder ergänzt. Eine Vervielfältigung der Arbeitsmaterialien ist leicht umsetzbar und/oder das Material ist in elektronischer Form verfügbar. Grafiken, Tabellen, Fotos, Bilder und Illustrationen werden mit erkennbarem Bezug zum jeweiligen Themenfeld eingesetzt.

Strukturi

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die Materialien sind klar gegliedert und gestatten einen raschen Überblick über ihre Struktur. Informationsteile und Arbeitsmaterialien werden unterschieden. Arbeitsmaterialien sind altersgerecht erläutert und gestaltet. Bei digitalen Medien ist die Benutzerinnen- und Benutzerführung intuitiv und durchgängig identisch aufgebaut. Die Lehrenden und Lernenden sind an jeder Stelle des Lernprozesses gut orientiert.

Verwendbarkeiti

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Das Material ist leicht auffindbar, mit geringem technischen Aufwand und/oder angemessener Ladezeit nutzbar. Ein Download von spezieller Software oder eine Registrierung sind bestenfalls nicht erforderlich. Das Material kann auch auszugsweise im Unterricht genutzt werden. Zu begrüßen ist die Veröffentlichung unter einer offenen Lizenz, die vielfältige Nutzung und Veränderungen am Material ermöglicht (CC-Lizenz, OER). Das Material ist kostenlos verfügbar oder die Kosten spiegeln ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis wider.
Informationen zum Bewertungsverfahren

„Marine Ökosysteme im Wandel: Seegraswiesen, Belastungsfaktoren und nachhaltige Perspektiven (SDG 14)“ ist ein kompaktes Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe II im Fach Biologie. Die fünfteilige Einheit behandelt zentrale Bereiche der Ökologie, darunter Wechselwirkungen in Lebensgemeinschaften, Biodiversität und Stoff und Energiefluss in Ökosystemen.

Im Fokus steht die Seegraswiese als Ökosystem: ihre Rolle als Lebensraum hoher Biodiversität, ihre Funktion für Nahrungsnetze und Küstenschutz sowie ihre Bedeutung als Blue Carbon Speicher. Gleichzeitig macht das Material die Auswirkungen zentraler Belastungsfaktoren wie Klimawandel und Fischerei sichtbar und zeigt, wie menschliche Eingriffe ökologische Gleichgewichte beeinflussen. Diese Inhalte entsprechen typischen Oberstufen Schwerpunkten wie Energiefluss, Stoffkreisläufe und ökologischen Wechselwirkungen.

Durch Video und Audiomaterial erhalten Schüler*innen einen authentischen Einblick in das weltwärts Projekt Marine Conservation Cambodia und die Arbeit der weltwärts-Freiwilligen Nora vor Ort. Arbeitsblätter, Methodenimpulse und Bezüge zur Agenda  2030 (SDG 14 „Leben unter Wasser“) ermöglichen einen praxisnahen und handlungsorientierten Zugang zum Thema Meeresschutz.

Das Unterrichtsmaterial vermittelt die Thematik anschaulich und interessant und es gelingt, einen Bezug zum Globalen Norden herzustellen. Die Weltwärts-Freiwillige, die durch das Material führt, kann für einen Teil der Schüler*innen als Identifikationsfigur dienen und so den Zugang zum Thema erleichtern. Direkt betroffene oder beteiligte Personen selbst kommen nicht zu Wort. Ein tatsächlicher „globaler Perspektivwechsel“ wird dadurch schwer ermöglicht. Eine junge Frau aus dem globalen Norden ohne erkennbare fachliche Qualifikation führt als Expertin durch das Material. Eine ergänzende Perspektive einer Person vor Ort hätte zu einer diskriminierungssensibleren Darstellung beigetragen. 

Bewertung im Detail

Gesamtbewertung

4.3

Inhalt

3.5
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Globaler Kontexti

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Sachverhalte werden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf globale Interdependenzen und auf die Lebenssituation der Menschen im Globalen Süden wie auch in unserer eigenen Gesellschaft dargestellt. Die Materialien stellen Themen des Globalen Lernens in den Mittelpunkt und enthalten keine (versteckte) (Spenden-)Werbung.

Sachrichtigkeit/ Multidimensionalitäti

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Im Material werden nach Möglichkeit soziale, ökonomische, kulturelle, ökologische und politische Aspekte berücksichtigt. Das Material versucht, diese Aspekte/ Dimensionen und ihre Interdependenzen zusammen zu bringen und vernetztes Denken zu fördern. Nach Möglichkeit wird auf eine (eventuell) notwendige didaktische Reduktion in komplexen Themenfeldern hingewiesen. Die wichtigsten Aussagen des Materials werden durch Quellenangaben und Nachweise belegt.

Perspektivwechseli

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Das Material zeigt die Sachverhalte aus unterschiedlichen Perspektiven von Betroffenen und Beteiligten. Das Material bezieht Perspektiven aus dem Globalen Süden mit ein. Perspektiven aus dem Globalen Süden und Norden werden gleichberechtigt dargestellt.

Diskriminierungssensibilitäti

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Das Material verzichtet auf jegliche Diskriminierung, insbesondere auf rassistische, sexistische oder andere menschenfeindliche Positionen. Das Material bedient keine Stereotype (Text und Bildmaterial) und betont nicht (nur) die Opferperspektive.

Kontroversitäti

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Das Material regt zur eigenen Meinungsbildung an und vermeidet Indoktrination oder einseitige Manipulation. Kontroverse Sachverhalte oder Sichtweisen kommen zur Sprache. Zielkonflikte und Interessensgegensätze werden angesprochen und reflektiert. Nach Möglichkeit werden geschichtliche Hintergründe und koloniale Kontinuitäten wie z. B. Machtungleichheiten und Abhängigkeiten thematisiert.

Werthaltung und Empathiei

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die Materialien fördern die Bereitschaft, auch emotional an der Lebenswelt anderer Menschen sowie der Umwelt Anteil zu nehmen. Die Materialien unterstützen die Bereitschaft zur Solidarität und zur Übernahme von Mitverantwortung für Mensch und Umwelt und die gerechtere Gestaltung der Welt.

Didaktik

4.8
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Zielgruppenorientierungi

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Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Sprache und Diktion der Materialien sind an die Bedürfnisse der Zielgruppen angepasst. Die vorgeschlagenen Methoden sind den Zielgruppen und Verwendungszwecken angemessen. Die heterogenen Lernvoraussetzungen und das Lernumfeld der Lernenden werden berücksichtigt.

Lebensweltorientierungi

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die Beziehungen zur eigenen Lebenswelt werden dargestellt und reflektiert. Die Materialien ermöglichen es den Lernenden, eigene Bezüge zum Lerngegenstand herzustellen und diesen zu bewerten. Die Beispiele der Materialien greifen die Pluralität der Lebenswelten auf.

Handlungsorientierungi

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Handlungsmöglichkeiten werden in einer der Zielgruppe angemessenen Weise aufgezeigt. Die Reichweite des Engagements wird reflektiert.

Kompetenzorientierungi

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die Materialien benennen die gewählten Lernziele und das didaktische Vorgehen. Die Lernziele sind kompetenzorientiert im Sinne der BNE und diese Kompetenzen werden durch das Material gefördert.

Lernprozessei

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Eine eigenständige Reproduktion und Transfer des Gelernten in andere Zusammenhänge werden angeregt. Die Materialien machen Vorschläge zur weiteren Beschäftigung mit den behandelten Themen (z. B. Zugang zu vertiefenden Informationen, Anknüpfungspunkte für Aktionen und Engagement).

Methodenorientierungi

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die Materialien enthalten Vorschläge für verschiedene Lernformen in unterschiedlichen Bildungskontexten. Die gewählten Methoden, Lern- und Arbeitstechniken sind vielfältig, sinnstiftend und zielführend. Die Materialien unterstützen durch die Methodenauswahl individuelle Lernprozesse ebenso wie kooperative Arbeitsweisen. Die Materialien enthalten begleitende Erläuterungen für Lehrkräfte, die eine tragfähige Hilfestellung darstellen. Die Materialien bieten Anregungen zum fächerverbindenden Arbeiten und fördern so vernetztes Denken.

Gestaltung

5.0
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Layouti

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die äußere Aufmachung ist attraktiv, zeitgemäß und lesefreundlich. Texte werden durch Illustrationen/Schaubilder ergänzt. Eine Vervielfältigung der Arbeitsmaterialien ist leicht umsetzbar und/oder das Material ist in elektronischer Form verfügbar. Grafiken, Tabellen, Fotos, Bilder und Illustrationen werden mit erkennbarem Bezug zum jeweiligen Themenfeld eingesetzt.

Strukturi

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die Materialien sind klar gegliedert und gestatten einen raschen Überblick über ihre Struktur. Informationsteile und Arbeitsmaterialien werden unterschieden. Arbeitsmaterialien sind altersgerecht erläutert und gestaltet. Bei digitalen Medien ist die Benutzerinnen- und Benutzerführung intuitiv und durchgängig identisch aufgebaut. Die Lehrenden und Lernenden sind an jeder Stelle des Lernprozesses gut orientiert.

Verwendbarkeiti

1 2 3 4 5
Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Das Material ist leicht auffindbar, mit geringem technischen Aufwand und/oder angemessener Ladezeit nutzbar. Ein Download von spezieller Software oder eine Registrierung sind bestenfalls nicht erforderlich. Das Material kann auch auszugsweise im Unterricht genutzt werden. Zu begrüßen ist die Veröffentlichung unter einer offenen Lizenz, die vielfältige Nutzung und Veränderungen am Material ermöglicht (CC-Lizenz, OER). Das Material ist kostenlos verfügbar oder die Kosten spiegeln ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis wider.
Informationen zum Bewertungsverfahren

Mica? Noch nie gehört?  Kaum jemand kennt den Stoff Mica, dabei ist das Mineral in vielen unserer Produkte enthalten. Wir finden es als Wärmeisolation in Föns und Toastern oder als elektrische Isolation in Kabeln und Batterien. Vor allem wird das Mineral Mica aber in vielen kosmetischen Produkten verarbeitet, um einen glitzernden Effekt herzustellen. Make-up, Lippenstift, Haargel – in all solchen Produkten finden wir Mica.

Doch woher kommt dieses Mineral, das kaum jemand kennt?
Über 30 Prozent des in Europa verwendeten Micas kommt aus Nord-Indien, einer Region, in der hohe Armut herrscht. Die ökonomische Situation zwingt viele der dortigen Familien in den informellen Mica-Minen zu arbeiten und so kommt es in der Region immer wieder zu zahlreichen Fällen von Kinderarbeit. Diese Kinderarbeit im Mica-Abbau ist also unmittelbar mit unserem Konsum verbunden.

Im Zentrum dieses Unterrichtsmaterials steht ein interaktives Planspiel, in dem die Teilnehmenden eine fiktive Konferenz der indischen Regierung nachspielen. Sie lernen die verschiedenen involvierten Parteien und Akteure kennen und schlüpfen in die jeweiligen Rollen, um den Umgang mit Mica und Kinderarbeit zu debattieren.

Die Teilnehmenden erwerben spezifisches thematisches Wissen und stellen anschließend einen Bezug zu ihrem eigenen Berufs- und Ausbildungsalltag her. Dabei trainieren sie eine sensible Einschätzung der politisch und sozial komplexen Situation sowie eine eigene Positionierung und Aktivierung zum Thema. Im Zentrum dieser Aktivierung steht die Erarbeitung eigener Handlungsoptionen, mit denen die Teilnehmenden (unternehmerische) Verantwortung entlang von Warenketten konkret mitgestalten können.

Diese Unterrichtseinheit zu Mica wurde in Kooperation mit Terre des Hommes Deutschland konzipiert. Die Ausarbeitung und Erprobung des Materials geschah in Zusammenarbeit mit der Beruflichen Schule Holz Farbe Textil (BS25) in Hamburg. 

Die Broschüre ist geeignet für die Ausbildung von Maler- und Lackierer*innen, Kosmetiker*innen und anderen, sowie für die schulische Bildung. 
Dauer: 4,5 – 5 Zeitstunden, ab der 9. Klasse.

Macht-Rang-Privilegien und Rassismus – Das Eigene in gesellschaftlichen Machtverhältnissen erkennen

Welche Formen von Ausgrenzung habe ich erlebt? Wie sind Diskriminierungsformen intersektional miteinander verbunden? Welche Mechanismen halten Rassismus als Machtsystem aufrecht? Wo besteht die Gefahr, Rassismus in der Rolle als Multiplikator*in oder in eigenen Strukturen zu reproduzieren? Wie kann ein Leben gestaltet werden, das Rassismen nicht reproduziert – und was lässt sich aktiv dagegen tun?