Wessen Wissen zählt? Machtkritische Methoden in der Bildungsarbeit. Teil 1: Global gerechte BnE braucht Diskriminierungssensibilität!

In der Bildungspraxis wird bestimmten Wissensformen mehr Legitimität zugeschrieben als anderen. Zahlreiche Lehr- und Lernmaterialien schreiben stereotype Bilder und kolonial-rassistische Denkmuster fort und bilden die Grundlage für Diskriminierung. Wissen ist deshalb nicht neutral. Es entsteht in historischen, politischen und gesellschaftlichen Machtverhältnissen – und prägt, wie wir die Welt sehen, fühlen und gestalten. 

Doch wessen Wissen gilt als „wahr“? Wessen Perspektiven werden gehört – und wessen verdrängt? Im Transformativen Lernen ist es besonders wichtig, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen, marginalisierte Wissensformen ernst zu nehmen und Räume zu eröffnen, in denen Vielfalt nicht nur benannt, sondern methodisch verankert wird. Auf dieser Grundlage wollen wir Utopien entwickeln, die bestehende Wissenshierarchien durchbrechen.
In der zweiteiligen Online-Reihe soll diesen Aspekten nachgegangen werden. Sie verbindet kritische Reflexion mit der Vermittlung und praktischen Erprobung von Methoden für die eigene Bildungsarbeit. Die Veranstaltungen können einzeln oder zusammen besucht werden.

Erster Termin am Mittwoch, 6. Mai 2026 von 10 – 13 Uhr
Global gerechte BnE braucht Diskriminierungssensibilität!
Dieser interaktive Workshop eröffnet einen Raum, sich kritisch mit eigenen Denkmustern auseinanderzusetzen. Um gesellschaftliche Machtverhältnisse zu reflektieren, ist es wichtig, die eigene Haltung und Prägung in den Blick zu nehmen. Was empfinden wir als wahr? Welches Wissen hat uns geprägt? Die Dekonstruktion der eigenen Überzeugungen ermöglicht es uns, diskriminierungssensiblere Lernräume zu gestalten. Es geht um die Entwicklung einer Haltung, die sensibel mit Wissen und Macht umgeht. Wir verwenden dabei erfahrungsorientierte Methoden des Globalen Lernens, die Reflexionsräume eröffnen.

Der zweite Termin findet am Donnerstag, 21. Mai 2026 von 10 – 13 Uhr statt zum Thema  
"Wie wollen wir gelebt haben? – Utopien in der Bildungsarbeit" 

Referent*innen: Nora Peulen und Nele Sander, Konzeptwerk Neue Ökonomie
Kosten: Teilnahmebeitrag zwischen 10 – 60 Euro (Selbsteinschätzung).