Der Sommer 2015 markierte einen Wendepunkt in der deutschen Flüchtlingspolitik: Hunderttausende Menschen flohen aus Syrien und den Nachbarregionen, Bundeskanzlerin Angela Merkel öffnete die Grenzen, und das Engagement von Politik, Zivilgesellschaft und Kommunen prägte den Begriff der „Willkommenskultur“. Gleichzeitig stießen viele Strukturen an ihre Grenzen, rechtspopulistische Bewegungen gewannen an Einfluss, und rassistische Gewalt nahm zu.
Seither gilt Integration als zentrales Ziel – mit Sprachkursen, Arbeitsmarktzugang und Bleibeperspektiven. Die Aufnahme ukrainischer Geflüchteter ab 2022 stellte diese Politik erneut auf die Probe. Im Rückblick auf die Jahre 2015–2025 treten zwei Zäsuren hervor: die Ankunft syrischer Schutzsuchender und die Aufnahme ukrainischer Geflüchteter. Beide Ereignisse verdeutlichen politische und gesellschaftliche Herausforderungen, die sich nicht nur in Deutschland, sondern auch international zeigen.
Die Heinrich-Böll-Stiftung und das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) laden zu einer Fachkonferenz ein, die Bilanz zieht und Perspektiven entwickelt. Im Fokus stehen unter anderem:
- Handlungsspielräume von Verwaltung und Kommunen
- Bedeutung des Asylrechts in einer migrationsfeindlichen Welt
- Wandel des Integrationsverständnisses
- Gesellschaftlicher Zusammenhalt zwischen Solidarität und Überforderung
Die Diskussion findet in deutscher und englischer Sprache mit Simultanübersetzung statt. Der Eintritt ist frei.