Multiple Krisen, autoritäre Zuspitzungen und Kriege stellen auch die Bildungsarbeit vor die Frage, wie mit jungen Menschen über eine Welt im Umbruch gesprochen werden kann, ohne sie zu lähmen. Wie lassen sich Räume für Handlungsfähigkeit statt Ohnmacht schaffen?
Die These: Visionäre Vorstellungskraft ist keine zusätzliche Übung, sondern eine Kompetenz, die ebenso trainiert werden muss wie Krisenanalyse. Erst Visionen geben Transformation eine Richtung und machen strategisches Handeln möglich. Gleichzeitig leisten sie etwas, das rein individuelle Lösungsansätze nicht können: Sie verlagern die Verantwortung auf die gesellschaftspolitische Ebene und nicht auf die einzelne Person, die angesichts tief verwurzelter Ausbeutungssysteme ohnehin überfordert wäre. „By design, not disaster“ statt Zukunft als etwas, das geschieht.
Genau hier setzt Globales Lernen an: Es liefert machtkritische Werkzeuge, um Visionsarbeit mit Blick auf unterschiedliche globale Perspektiven auf sozial-ökologische Balance und Transformation reflektiert anzugehen.
Was erwartet die Teilnehmenden beim Fachtag in Bonn?
Die didaktischen Schritte Globalen Lernens im Feld sozial-ökologischer Visionsarbeit werden selbst durchlaufen und erprobt. Dabei steht nicht nur das Zuhören im Mittelpunkt, sondern das Ausprobieren von Methoden, die direkt in die eigene Bildungspraxis übernommen werden können.
Die Impulse und Ergebnisse des Tages fließen gemeinsam mit aufbereiteten Visionsansätzen aus verschiedenen Regionen der Welt in eine Sammlung erprobter didaktischer Methoden ein, die in der eigenen Bildungsarbeit eingesetzt werden können. Entstehen soll keine abstrakte Tagungsdokumentation, sondern einsatzbereites Material für den eigenen Unterricht beziehungsweise das eigene Bildungsangebot. Verbreitet wird das Material anschließend über die Netzwerke des Globalen Lernens, der Friedensbildung und der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die Teilnehmenden sind damit nicht nur Teilnehmende, sondern auch Teil der Wissensproduktion.

