Soziale Medien in der politischen Jugendbildung und -arbeit

Die Art und Weise, wie Jugendliche Informationen im Internet aufnehmen, verändert sich zunehmend schnell. Besonders Kurzvideos entwickeln sich ständig weiter, da Takt, Dauer und Intensität des Konsums stark zunehmen. Dadurch entsteht eine wachsende Distanz zwischen den Online-Welten von Jugendlichen und Erwachsenen. Fake News, Verschwörungsideologien, Hate Speech und rechtsextreme Inhalte tauchen in den Feeds vieler Jugendlicher auf, und Fachkräfte der politischen Jugendbildung und -arbeit erkennen diese Entwicklungen oft erst, wenn es bereits zu spät ist. Dies erschwert die Vermittlung von Medienkompetenz erheblich, während deren Bedeutung gleichzeitig steigt.

Politische Jugendbildung setzt an den Lebenswelten der Jugendlichen an. Um deren Entwicklung zu begleiten und mit ihnen über politische Themen zu sprechen, ist ein Verständnis ihrer digitalen Realität erforderlich. Die rasante Entwicklung sozialer Medien bringt hierbei neue Herausforderungen mit sich: Wie kann im Umfeld von Plattformen wie TikTok, Brainrot und ständig wechselnden Trends ein Überblick behalten werden, um nah an den Jugendlichen zu bleiben?

Der Workshop vermittelt daher sowohl den aktuellen Stand der Kultur sozialer Medien als auch deren Funktionsweisen jenseits kurzfristiger Trends. Praxisnah werden Methoden vorgestellt, die direkt in der Arbeit mit Jugendlichen eingesetzt werden können. Dabei werden jugendliche Lebensrealitäten nachvollzogen und gleichzeitig kritisch die zugrundeliegenden Entwicklungen betrachtet. Es wird erklärt, wie Plattformen wie TikTok funktionieren, was Jugendliche an Formaten wie Brainrot reizt, wie antidemokratische Akteur*innen online agieren und wie Jugendliche in ihrem Social-Media-Konsum unterstützt werden können, ohne bevormundet zu werden. Zusätzlich werden Methoden für die Arbeit zu Themen wie Desinformation und Hate Speech vermittelt sowie alternative Strategien für eine reflektierte Mediennutzung aufgezeigt.