Kriege und militärische Konflikte prägen zunehmend die internationale Politik und wirken weit in gesellschaftliche Debatten hinein. Fragen von Sicherheit, Aufrüstung, Frieden und internationaler Verantwortung betreffen längst nicht nur die Außenpolitik, sondern haben auch sozial-, finanz- und bildungspolitische Konsequenzen. Für die politische Bildung ergibt sich daraus ein doppelter Auftrag: Sie muss zum einen die Fähigkeit fördern, komplexe Konfliktlagen kritisch zu analysieren und politisch zu beurteilen. Zum anderen stellt sich die Frage, wie Friedensbildung konkret gestaltet werden kann – als pädagogische und gesellschaftliche Praxis, die zur Entwicklung gewaltreduzierender und solidarischer Formen des Zusammenlebens beiträgt.
Die Theorie-Praxis-Tagung bringt seit zehn Jahren Studierende, Wissenschaft und Praxis zusammen, um Aufgaben, Methoden und Haltungen politischer Bildung interdisziplinär zu bestimmen und im Austausch tragfähige Perspektiven zu entwickeln. Im Durchgang 2026 kommen Studierende und Lehrende aus verschiedenen Studiengängen – darunter Soziale Arbeit, Lehramt Politik und Wirtschaft, Erziehungswissenschaft sowie Sozialwissenschaft – aus fünf hessischen Hochschulen und Universitäten zusammen.
Fachwissenschaftliche Vorträge aus der Friedens- und Konfliktforschung sowie aus der politischen Bildungstheorie bieten Einblicke in aktuelle Debatten. In Workshops lernen die Teilnehmenden zudem konkrete Projekte und Ansätze kennen – von politischer Bildungsarbeit über Friedensbildung bis hin zu Methoden der gewaltfreien Konfliktbearbeitung.

