Namibia. Von der kolonialen Vergangenheit zur Gegenwart

Am 1. Mai 1883 erwarb der 21-jährige Hein­rich Vogel­sang im Auf­trag des Bremer Kauf­manns Adolf Lüderitz von dem Nama-Kaptein Joseph Frederiks II. für 200 alte Gewehre und 100 eng­li­sche Pfund die Bucht von Angra Pequena, die heute nach dem Auf­trag­geber Lüde­ritz­bucht heißt. Dies war der Beginn der Kolo­ni­sie­rung Deutsch-Süd­west­afrikas, des heuti­gen Nami­bia.

Der Lüde­ritz‘sche Privat­besitz wurde ein Jahr später unter Schutz des Deutschen Reiches ge­stellt und zu einer deutschen Kolo­nie ausgebaut. 1904-1907 spielte sich hier ein blutiger Kolo­nial­krieg der deutschen Schutz­truppen gegen die ein­hei­mi­schen Herero und Nama ab - ein Krieg, der in einem Geno­zid und der Schaffung von menschen­unwür­digen Inter­nierungs­lagern mündete, für die Berlin erst­mals die Bezeich­nung "Kon­zen­tra­tions­lager" ver­wen­dete. Nach unter­schied­li­chen Schätzun­gen starben bis zu 60% der Herero im Krieg oder an seinen Folgen.

Das Seminar nimmt die deutsche Kolonial­geschichte zum Ausgangs­punkt einer Aus­einan­der­setzung mit der poli­ti­schen Geschichte und den politi­schen und öko­no­mi­schen Ent­wick­lungs­perspek­tiven des heuti­gen Namibia - aus­gehend von Adolf Lüde­ritz bis in die Gegen­wart.