Menschen mit Behinderungen weltweit. Rechte, Ressourcen, Realitäten

Im Dezember 2006 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die UN-Behindertenrechtskonvention. Sie war ein Meilenstein: Menschen mit Behinderungen sind nicht Empfänger von Fürsorge, sondern Träger von Rechten. Zwanzig Jahre später fällt die Bilanz ernüchternd aus. Über eine Milliarde Menschen weltweit leben mit einer Behinderung, die große Mehrheit im Globalen Süden unter Bedingungen geprägt von Armut, Ausgrenzung und fehlenden Strukturen. Kein einziges Nachhaltigkeitsziel wird derzeit für sie erreicht.

Zugleich ist Bewegung in der Sache. Der Global Disability Summit 2025 in Berlin hat das Thema zurück auf die internationale Agenda gebracht. Mit Blick auf die Post-2030-Agenda beginnt in den kommenden Jahren zudem ein Prozess, der neue Handlungsspielräume eröffnet und wichtige Impulse für die weitere Umsetzung inklusiver Entwicklung setzen kann.

Genau hier setzt das Seminar an. Zwei Tage lang soll gemeinsam Bilanz gezogen werden: Was hat die UN-Behindertenrechtskonvention in zwanzig Jahren tatsächlich bewegt, wo ist sie an ihre Grenzen gestoßen, und was heißt das für die Menschen, um die es geht? Expertinnen und Experten aus der Zivilgesellschaft berichten aus ihrer täglichen Praxis und geben Einblick in Lebensrealitäten, die in Statistiken selten sichtbar werden. Fachbeiträge unter anderem aus dem BMZ geben zusätzliche Einblicke in aktuelle politische und internationale Entwicklungen und ergänzen damit die Perspektiven aus der Praxis.

Vor allem aber sollen sich die Teilnehmenden Zeit nehmen für die Frage, die am Ende zählt: Wo können wir selbst ansetzen? In Arbeitsgruppen und im gemeinsamen Gespräch entwickeln sie konkrete Ansatzpunkte für ihr berufliches und persönliches Umfeld und kommen mit Menschen ins Gespräch, die dieselben Fragen bewegen.