Definitionen, praktische Ansätze, Mythen und Fallstricke
Was bedeutet Solidarität im „entwicklungspolitischen“ bzw. internationalistischen Kontext, in einer zutiefst ungleichen Welt? Welche konkreten Formen gab und gibt es? Haben sie sich im Lauf der Zeit verändert? Geht es um „Helfen“? Ist Solidarität eine Einbahnstraße? Und wer hilft oder lernt hier von wem überhaupt? Was bedeutet „Entwicklung“ und wer hat festgelegt, dass eine bestimmte Art von „Entwicklung“ gewollt ist? Gibt es auch alternative Entwicklungswege, die nicht auf Wachstum, Ausbeutung von Naturressourcen und Menschen setzen oder überschreitet „Entwicklung“ sowieso die Grenzen unserer begrenzten Welt? Was ist aus den alten Solidaritäts-Bewegungen geworden, welche neuen gibt es und sind sie hauptsächlich „Projektionsfläche“ für die Sehnsüchte von Menschen in Deutschland/Europa?
Wo verbinden sich Bewegungen und ihre Kämpfe miteinander? Im Rahmen des Seminars werden konkrete Beispiele vorgestellt und diskutiert.
Auch der faire/solidarische Kaffeehandel ist ein Parade-Beispiel für solidarisches Handeln. Die Teilnehmenden werden diese Handelsbeziehungen kritisch unter die Lupe nehmen und Fallstricke sowie Mythen kennenlernen.
Dazu gibt es u. a. Inputs aus u.a. Kolumbien, Nicaragua und Kuba und von Vertreter*innen von Projekten des solidarischen Kaffeehandels und alternativen Medien. Auch indigene Perspektiven aus Lateinamerika werden vertreten sein. Sie werden aus ihrer Praxis berichten und Möglichkeiten der Unterstützung und des Engagements aufzeigen. Die politische Ebene betreten die Teilnehmenden spätestens beim Thema Lieferkettengesetz. Hier treffen sich viele Forderungen von NGOs und Menschenrechtsorganisationen, um den internationalen Handel grundlegend gerechter und menschenrechtskonform zu gestalten.

