Gerechte Energiewende in Kolumbien. Den Herausforderungen des Strukturwandels begegnen

Der Weg zu einer lokal und global gerechten Energiewende ist komplex und widersprüchlich – in Deutschland wie in Kolumbien. Im Rahmen des Projekts „Energiewende in Ostdeutschland" lädt das F3_kollektiv zu zwei Online-Veranstaltungen ein, in denen kolumbianische Referentinnen ihre Lösungsansätze vorstellen.

In der Veranstaltung am 5. Oktober teilt Eilyn Akira De La Rosa Guzmán ihre Erfahrung. Sie arbeitet in Kolumbien im Bereich der gerechten Energiewende und begleitet zivilgesellschaftliche Organisationen, die auf verschiedenen Ebenen, in verschiedenen Regionen und mit unterschiedlichen Perspektiven und Zielen tätig sind. Sie fördert diese bei der Entwicklung einer gemeinsamen Agenda, öffnet Räume für Dialog und unterstützt die Interessensvertretung. Die Psychologin studierte während eines Masters in Global Studies auch in Deutschland. Der 2022 gestiegene Import kolumbianischer Kohle weckte ihr Interesse an den ungleichen Beziehungen im Rahmen der Energiewende und an den Perspektiven zwischen Europa und dem Globalen Süden. Seitdem sind diese Themen zu einem zentralen Bestandteil ihrer Arbeit in Kolumbien geworden.

Die Referentin zeigt die Herausforderungen und Widersprüchlichkeiten im Strukturwandel auf und schildert, wie sich Organisationen unter der seit August 2026 amtierenden rechten Regierung von Präsident Abelardo de la Espriella weiter für eine gerechte Energiewende einsetzen.

Im Norden Kolumbiens, aus dem Deutschland Steinkohle importiert, findet ein Strukturwandel statt. Mit Blick auf die Reformierung der Industrie und neue Wirtschaftszweige stellen sich ähnliche Fragen wie in deutschen Regionen im Strukturwandel. Auch der Umgang mit den Ewigkeitskosten ist längst nicht geklärt. Es gibt aber auch sehr große Unterschiede: In Kolumbien wurde die Kohle für den Export abgebaut, und das Land hat beim Energiemix bereits einen sehr hohen Anteil an Wasser- und Solarenergie.

Im Zuge des Strukturwandels entstehen in Deutschland neue Konflikte, etwa um Wasser. In Kolumbien verursacht der großflächige Ausbau von erneuerbaren Energien neue Landkonflikte zulasten lokaler Gemeinden – Ziel dieser Projekte ist häufig grüner Wasserstoff für den Export, mitunter nach Deutschland. Weitere Konfliktherde birgt der Abbau von Rohstoffen, die für die weltweite Energiewende benötigt werden.

Die simultan übersetzte Veranstaltung bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, mit Eilyn De La Rosa in den Austausch zu treten: Gemeinsam wollen die Teilnehmenden darüber sprechen, welche Herausforderungen sich ähneln, wie sie sich jedoch auch stark unterscheiden und was sie trotz der strukturellen Unterschiede von Strategien und Bewegungen in Kolumbien lernen können.

Es ist kein Vorwissen erforderlich. Die Veranstaltung kann unabhängig von der Veranstaltung am 28.09.2026 besucht werden – beide ergänzen sich thematisch, funktionieren aber auch einzeln. Anmeldung über das Anmeldeformular oder per Mail.

Förderhinweis

Das Projekt „Energiewende in Ostdeutschland: Ambiguitätstoleranz üben“ wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt sowie von Brot für die Welt mit Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienst gefördert.