Viele junge Menschen berichten, dass sie sich in zentralen gesellschaftlichen Debatten nicht gehört fühlen – sei es bei Fragen rund um Wehrpflicht, den Umgang mit der Corona-Pandemie oder angesichts globaler Krisen wie dem Klimawandel. Entscheidungen, die ihr Leben unmittelbar betreffen, werden häufig ohne ihre gleichberechtigte Beteiligung getroffen.
Diese Erfahrungen sind Ausdruck des Phänomens Adultismus: Es ist eine gesellschaftlich ausgrenzende Haltung geg nüber jungen Menschen aufgrund ihres geringen Alters und ihrer
angenommenen Unreife. Es ist zwar die Aufgabe von Erwachsenen, Kinder zu schützen und zu ernähren. Doch die Schutzbedürftigkeit wird oft als Schwäche interpretiert und Kinder als unfertige Wesen angenommen, denen die Vernunft der Erwachsenen noch fehlt.
Gleichzeitig ist mit den Protesten von Fridays for Future unser gesellschaftliches Bewusstsein für die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels gestiegen. Im Gespräch bringen junge Menschen konstruktive Antworten auf Probleme ein – basierend auf einem starken Gerechtigkeitssinn.
Globales Lernen, Bildung für nachhaltige Entwicklung und andere Ansätze der Lernerinnen*zentrierten Bildungsarbeit möchten die Meinungen und Ideen junger Menschen ernst nehmen. Es ist Wunsch, Räume für die freie Gestaltung von Engagement für ein gerechteres Morgen zu öffnen. Doch das erschweren Zeitnot, feste Strukturen und auch die Haltung gegenüber jungen Menschen. Wie können wir diese sowie unsere Kommunikations- und Arbeitsweise adultismuskritisch überdenken und so eine selbstbestimmtere gesellschaftliche Teilhabe von jungen Menschen fördern?
Das jährlich stattfindende Fachforum Globales Lernen wird vom Entwicklungspolitischen Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz (ELAN) e.V. und dem Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz veranstaltet und richtet sich an Lehrkräfte, Schüler*innen ab der Klasse 10 und alle Bildungsakteur*innen, die an Themen des Globalen Lernens interessiert sind.

