Die anhaltenden Polykrisen stellen eine ernsthafte Bedrohung für den globalen als auch den innergesellschaftlichen Frieden dar. Aktuelle Mehrfachkrisen treten nicht isoliert auf, sondern interagieren und verstärken sich gegenseitig, so dass lokale Konflikte oft zu regionalen oder globalen Risiken eskalieren. Zudem schwächen sie Demokratien (Vertrauensverlust in demokratische Prozesse), verschärfen soziale Ungleichheiten und befördernd Diskriminierung (Ressourcenknappheit, Verteilungskämpfe, Ausgrenzung).
Krisenzeiten bieten in der Regel Nährboden für populistische Bewegungen, erhöhen Gewaltbereitschaft und weisen eine spaltende Wirkung auf lokaler und globaler Ebene auf. Laut des schwedischen Forschungsinstituts SIPRI nehmen bewaffnete Konflikte derzeit deutlich zu. Vor dem Hintergrund aktueller Kriegsherde gewinnen militärische Organisationen Überhand und schmälern das Friedenspotential ziviler Konfliktbearbeitung. Eine Zunahme an Gewalt geht einher mit einer Abnahme an Gerechtigkeit.
An dieser Stelle setzt die Veranstaltung an: Wie kann durch Engagement für nachhaltige Entwicklung, soziale Gerechtigkeit, die Einhaltung von Menschenrechten und globale Verantwortung eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit befördert werden und ein stabiler, gerechter und nachhaltiger Frieden gestaltet werden. Der positive Frieden ist mehr als nur eine Abwesenheit von Krieg und bewaffneter Gewalt. Er umfasst die Wahrung der Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Teilhabe sowie die Überwindung von struktureller Gewalt. Angesichts von wachsenden Krisen und einem fragilen, bedrohten globalen Frieden, stellt sich die Frage wieviel soziale und globale Gerechtigkeit nötig ist, um einen nachhaltigen, stabilen Frieden zu sichern.
Diesen Fragen werden die Teilnehmenden in 6 Impulsvorträgen und anschließenden Werkstätten zur thematischen Vertiefung nachgehen.

