Präsentation und Diskussion
Das Dokumentieren und Aufklären über Menschenrechtsverletzungen und Gewaltpolitik hat angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine besondere Aktualität. Wie stellen sich die Berliner Exilorganisation Zukunft Memorial und ihre internationalen Kooperationspartner dieser Aufgabe? Was kann wie in der aktuellen Lage dokumentiert werden, und durch wen? Welche Bedeutung hat die Auseinandersetzung mit sowjetischer Gewaltgeschichte für den Krieg, die Repressionen und Konflikte heute? Wie unterscheiden sich die Perspektiven in den verschiedenen Gesellschaften Osteuropas?
Seit fast 40 Jahren versucht Memorial – 1988 in der Sowjetunion aus einer Bürgerbewegung hervorgegangen –, die Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen aus der Vergangenheit und der Gegenwart konzeptionell und praktisch zusammenzubringen. Nach dem Ende der Sowjetunion entwickelte sich Memorial zu einem multilateralen Netzwerk mit einem Schwerpunkt in Russland. Nach der zwangsweisen Auflösung der in Moskau ansässigen Dachorganisation Memorial International im Frühjahr 2022 und dem Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine mussten viele Mitarbeiter*innen und Aktivist*innen das Land verlassen. Zukunft Memorial in Berlin ist eine von zahlreichen Exilorganisationen, die in Kooperation mit anderen internationalen Organisationen die historische Arbeit und den Widerstand gegen den russischen Aggressionskrieg fortsetzen.
Eines ihrer aktuellen Kooperationsprojekte ist das „Help-Desk-Archiv“, eine Sammlung von 150 dokumentarischen Monologen von Opfern der russischen Invasion in die Ukraine. Anhand dieses gemeinsam mit Helpdesk-Media, Kronika und der Zimin Foundation realisierten Projekts wollen wir die oben gestellten Fragen diskutieren.

