Alle satt und alles gerecht verteilt? Ressourcengerechtigkeit in Amazonien, Ernährungssicherheit in den Anden, Landkonflikte in Mexiko – was uns das angeht

Lateinamerika steht verstärkt im Blickfeld der europäischen Rohstoffpolitik. Auf eine einfache Formel gebracht: Die EU verkauft dank angestrebter Abkommen wie dem Mercosur-Handelsvertrag fertige Produkte, während die lateinamerikanischen Staaten Rohstoffe exportieren.

Die Folge: Natur und Menschen werden ausgebeutet, um Lebensmittel für uns herzustellen. Indigenen und der Landbevölkerung droht durch Waldrodungen für Weide- und Anbauflächen der Entzug ihrer Lebensgrundlage. Mit dem vieldiskutierten Mercosur-Abkommen, das durch den Wegfall eines Großteils der Zölle eine große Freihandelszone schaffen soll, verfolgt die EU auch geostrategische Ziele: Sie will sich aus der Abhängigkeit von den USA und China lösen.

Angesichts dieser Entwicklungen ist die Landfrage wieder hochaktuell. Inwieweit erhöht sich der De-Industrialisierungsdruck, und was bedeuten die Handelsabkommen für die kleinbäuerliche Landwirtschaft, die u. a. in Bolivien ein zentraler Pfeiler der Ernährungssicherung ist?

Im Rahmen der Veranstaltung soll diskutiert werden, wie die Staaten Lateinamerikas ihre wirtschaftliche Existenz und Ernährungssouveränität sichern und wie faire Handelsbeziehungen aussehen können.