Afrika im Ellbogenzeitalter. Zur NOTwendigkeit einer radikalen Umsteuerung

Die EU und viele ihrer Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, haben ihre sogenannte Entwicklungshilfe gekürzt. Somit bleiben die USA, die mit der öffentlichkeitswirksamen Zerschlagung der Entwicklungsagentur USAID für große Schlagzeilen gesorgt haben, nicht allein. Es ist ein globaler Trend, angesichts der unter Druck geratenen Haushalte in einem Kontext geopolitischer Spannungen und verstärkten – überwunden geglaubten – Nationalismen, Entwicklungshilfe nicht nur zu kürzen, sondern noch stärker an Bedingungen zu knüpfen. 

Für die von diesen Kürzungen betroffenen Länder sind die Auswirkungen teils dramatisch: Ganze soziale Sicherungssysteme brechen zusammen. Dies betrifft auch einige afrikanische Länder. Für diese Länder stellt sich die Frage, wie, jenseits der Krisenbewältigung, dieser neue Schock als Chance genutzt werden kann, um autonome und resiliente Systeme aufzubauen. Junge Menschen drängen dazu, die Gefahren der Entwicklungszusammenarbeit ernst zu nehmen und diese neue Krise sowie die sich ergebenden Möglichkeiten einer multi polaren Welt als Chance für die Fortschreibung der Dekolonisierungsprozesse zu nutzen. 

Afrika neu denken 2025 lotet aus, welche radikalen Schritte schon gedacht, welche schon eingeleitet sind – und welche noch eingeleitet werden könnten.