In einer Welt, die sich geopolitisch und wirtschaftlich tiefgreifend verändert, gewinnt das Thema Afrikas Selbstbestimmung zunehmend an Bedeutung. Dabei stellt sich immer wieder die Frage: Welche Rolle möchte und kann der Kontinent in der globalen Transformation und der neuen Weltordnung einnehmen?
Mit dem jüngsten weitgehenden Wegfallen der amerikanischen Entwicklungshilfe sowie der Umsetzung von Einsparungsmaßnahmen in Deutschland und anderen europäischen Ländern ist die Debatte über Entwicklungszusammenarbeit, die Afrika seit vielen Jahren begleitet, erneut entfacht worden. Die einschneidenden Maßnahmen traditioneller Geber zur Umgestaltung ihrer Hilfeleistungen sorgen für große Unsicherheit und lösen teilweise Empörung seitens afrikanischer Behörden sowie Hilfsorganisationen und zivilgesellschaftlichen Akteuren aus.
Gleichzeitig wirft diese neue Realität eine grundlegende Frage auf, die seit Jahrzehnten sowohl in Afrika als auch international die politischen Diskurse prägt, und zwar, welche Rolle die Entwicklungshilfe für die Souveränität der Länder des Kontinents spielt. Kritiker werfen ihr vor, Strukturen zu schaffen oder aufrechtzuerhalten, die Abhängigkeiten verstärken und eine eigenständige Entwicklung Afrikas erschweren.
Wäre der Wegfall dieser Unterstützung tatsächlich eine nachhaltige Chance für eine stärkere Selbstbestimmung und eine bessere Positionierung Afrikas in der neuen Weltordnung?

