Weltweit nimmt die Bedrohung von Demokratien, Rechtsstaatlichkeit und Multilateralismus durch autoritäre und nationalistische Strömungen zu. In vielen Ländern sehen wir ein Voranschreiten von einem autoritär geprägten Nationalismus. Bewegungen wie „My Country First“ stellen sich bewusst gegen die etablierte internationale Rechtsordnung und Multilateralismus, stellen internationale Organisationen und den Mehrwert einer Zusammenarbeit der Staatengemeinschaft in Frage und verunsichern damit nicht nur die eigene Bevölkerung, sondern auch befreundete Länder und Staaten.
Dabei werden Nachteile für andere Länder bewusst und billigend in Kauf genommen. Eigene Interessen und das Recht des Stärkeren werden gegen internationale Solidarität und Partnerinteressen ausgespielt, politische Prozesse unterlaufen, Gewaltenteilung missachtet, gezielt Desinformationskampagnen durchgeführt und die Demokratie existentiell bedroht.
Vor diesem Hintergrund sind positive Beispiele und optimistische Signale zur Förderung und Bewahrung von Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit, Rechenschaftspflicht von Regierungen, einer starken Zivilgesellschaft und einer multilateralen Zusammenarbeit von besonderer Bedeutung und sollen beim 20. Bremer Solidaritätspreis im Fokus stehen.
Mit dem 20. internationalen Bremer Solidaritätspreis sollen daher zivilgesellschaftliche Initiativen, Dachverbände oder einzelne Personen, vorrangig aus dem Globalen Süden, ausgezeichnet werden, die sich in ihrem lokalen Kontext in fragilen Demokratien und autokratisch regierten Staaten kreativ und innovativ gegen autoritären Nationalismus wenden und sich mit ihrem Engagement diesem entgegenstellen.

