UN-Weltwasserbericht 2026

Neuer Weltwasserbericht stellt Geschlechtergerechtigkeit in den Fokus
Die Gleichstellung von Frauen und gerechte Verteilung von Rechten, Pflichten und Chancen für alle Menschen, unabhängig ihres biologischen oder sozialen Geschlechts, ist ein wesentlicher Bestandteil für einen fairen und gerechten Zugang zu Wasser und dessen Nutzung. Dies ist die Kernaussage des neuen Weltwasserberichts.

2024 hatten 2,1 Milliarden Menschen immer noch keinen Zugang zu sicheren Trinkwasserressourcen, 3,4 Milliarden Menschen mangelte es an sicheren Sanitäreinrichtungen und 1,7 Milliarden Menschen lebten in einem Haushalt ohne grundlegenden Hygieneversorgung.

Der sichere und bezahlbare Zugang zu Trinkwasser, Sanitäreinrichtungen und einer adäquaten Wasserversorgung für diverse andere Zwecke ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Befriedigung der wesentlichsten menschlichen Grundbedürfnisse. Ist die Trinkwasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung nicht hinreichend gewährleistet, tragen Frauen und Mädchen oftmals eine unverhältnismäßig hohe Verantwortung für die Wasserversorgung des Haushalts, in dem sie leben. Denn für die Wasserbeschaffung sind in den meisten Fällen Frauen und Mädchen zuständig.

Vor allem in abgelegenen oder unsicheren Gegenden sind sie dadurch Sicherheitsrisiken ausgesetzt. Neben der physischen Anstrengung können Frauen und Mädchen durch den Wassertransport Verletzungen erleiden oder sind geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Auch unzureichende Privatsphäre und mangelnde Sicherheitsvorkehrungen, wie sie in mangelhaften Sanitäreinrichtungen häufig vorzufinden ist, treffen insbesondere weibliche Personen. Bei einer unsicheren oder unzuverlässigen Wasserversorgung muss die Wassernutzung gemanagt, rationiert und priorisiert werden. Zusätzlich zu den familiären Sorgeaufgaben fällt so weitere unbezahlte Arbeit an, die auch das Auftreten von Krankheiten innerhalb eines Haushalt begünstigen kann.

Frauen sind wenig überraschend auch in der “Wasser-Governance”, also in der Steuerung und Regulierung der Wassernutzung, sowie in der konkreten Bewirtschaftung von Wasserressourcen, unterrepräsentiert. Dies gilt auch für Finanzierungsfragen und den Ausbau der Wasserinfrastruktur. Aufgrund dieser Problematik ist der Zugang zu Wasserressourcen für sie erschwert, was sich negativ auf die Gesundheit, Existenzgrundlagen und Ernährungssicherheit von Frauen auswirken kann.

Hintergrund

Der Zugang zu sicherem Wasser und sanitärer Versorgung ist ein Menschenrecht und gehört zu den 17 Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung. Daran erinnert der Weltwassertag am 22. März.