Internationale Konflikte und sicherheitspolitische Spannungen prägen seit einigen Jahren die öffentliche Wahrnehmung: der Angriff auf die Ukraine, die Gewalt im Nahen Osten, regionale Eskalationen, Debatten über Wehrpflicht, Aufrüstung und Zivilschutz. Diese Entwicklungen wirken auch auf junge Menschen. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass das Thema Krieg zu den größten Sorgen Jugendlicher gehört.
Gleichzeitig ist bekannt, dass die schulische Auseinandersetzung mit Ursachen, Dynamiken und möglichen Auswegen aus Konflikten häufig als herausfordernd erlebt wird. Die Gefahr von Emotionalisierung und Polarisierung führt dazu, dass der Themenbereich in manchen Klassenräumen eher gemieden wird. Gerade weil es sich um ein sensibles Feld handelt, lässt sich eine vertiefte Beschäftigung kaum per Erlass verordnen. Vielmehr braucht es reflektierte, dialogorientierte und freiwillige Formate, die Schulen selbst gestalten können.
Der Verein Peer Leader International e. V., der mit Partner*innen in Krisengebieten weltweit zusammenarbeitet und Peer Education als zentrale Methode nutzt, hat ein neues Instrument entwickelt: ein Selbstcheck Tool für Jugendeinrichtungen/Schulen.
In sieben kurzen Lernstationen können Kollegien einschätzen, inwieweit die eigene Schule oder außerschulische Einrichtung Jugendlichen ausreichend Möglichkeiten bietet, sich mit Fragen zu Krieg, Frieden, Konflikten und globaler Verantwortung auseinanderzusetzen. Die Stationen regen zur Reflexion über zentrale Aspekte an:
• Wissen über Kriegsgebiete — Welche Kenntnisse bestehen über aktuelle Konfliktregionen?
• Informationsquellen — Woher beziehen wir unsere Informationen?
• Emotionen und Einstellungen — Welche Haltungen und Gefühle prägen die Schulgemeinschaft?
• Wertegerüst — Arbeiten wir kontinuierlich an gemeinsamen Werten?
• Bildungsauftrag — Welche Vorgaben bestehen zum Themenbereich?
• Räume für das Thema — Gibt es geschützte Orte und Formate für die Auseinandersetzung?
• Friedenshandeln — Welche Impulse geben wir für gewaltfreie Konfliktbearbeitung? Welche Handlungsideen haben wir?
Die Stationen können bei Bedarf in 7 vertiefenden Workshops weiterbearbeitet werden. Ziel ist es, Schulen zu unterstützen, ihre friedenspädagogische Arbeit sichtbar zu machen, Entwicklungsbedarfe zu erkennen und konkrete Schritte für eine friedensorientierte Schulentwicklung abzuleiten.
Das Tool steht ab 07.09.2026 zum Download bereit: Eine mündliche Einleitung erhalten Interessierte am 07.09.26 um 17 Uhr in einem Videogespräch. Den Link wird nach Anmeldung unter info@peerleader.org versandt.