Atlas der Migration 2026

Normalzustand Migration

Dieser dritte, aktualisierte und erweiterte Atlas der Migration der Rosa-Luxemburg-Stiftung zeigt, wie sich das globale Migrationsgeschehen entwickelt. Seit der ersten Ausgabe 2019 hat sich vieles verändert: 

Mehr Länder werden von rechten Parteien regiert, die eine extrem restriktive Migrationspolitik verfolgen. Neue Kriege verschieben die Aufmerksamkeit, und die Lage in Ländern wie dem Sudan oder der Ukraine gerät zunehmend in Vergessenheit. Die Klimakrise steht nur noch selten auf der politischen Agenda. 

Abschottung ist zu einem profitablen Markt für Technologiekonzerne geworden. Staatliche Ausgaben dafür steigen weltweit jährlich um bis zu sieben Prozent. Die
EU-Grenzschutzagentur Frontex darf ihr Personal vervielfachen.

Zahlen der Vereinten Nationen zufolge dürften 2026 weltweit etwa acht Millionen Menschen neu migrieren. Die Realitäten ihrer Mobilität könnten unterschiedlicher
nicht sein. Viele verlassen ihr Zuhause unfreiwillig und stehen größten Hürden gegenüber. Gleichzeitig sind viele Migrationsbiografien Erfolgsgeschichten – individuell
und gesellschaftlich. Über sie wird kaum berichtet.

Migration wird nicht enden, auch wenn sie noch so sehr bekämpft wird. Sie ist und bleibt der gesellschaftliche Normalzustand, mit dem wir endlich einen produktiven
Umgang finden sollten. Dazu soll dieser Atlas beitragen.