Bildung für nachhaltige Entwicklung im Schulsystem – Neue Dynamiken und alte Herausforderungen bei der Verankerung in Gesetzen, Curricula, Lehrkräftebildung und Prüfungen

Die Vorbereitung auf den Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen ist eine zentrale Aufgabe schulischer Bildung. Doch welchen Stellenwert nehmen Fragen der Nachhaltigkeit und damit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im deutschen Schulsystem ein? Der Bericht „Bildung für nachhaltige Entwicklung im Schulsystem – Neue Dynamiken und alte Herausforderungen bei der Verankerung in Gesetzen, Curricula, Lehrkräftebildung und Prüfungen“ von Marcus Schneider und Dr. Jorrit Holst analysiert den aktuellen Stand und Entwicklungen der Verankerung von Nachhaltigkeit und BNE im deutschen Schulsystem. Grundlage der Untersuchung sind rund 1.500 neu erhobene Dokumente aus dem Zeitraum 2021 – 2025, im Rückblick verglichen mit über 6.500 Dokumenten aus vorherigen Erhebungen. Die Ergebnisse geben einen systematischen Einblick in aktuelle Dynamiken der Verankerung von BNE und machen zugleich auf Herausforderungen und Potenziale aufmerksam.

Die Analyse zeigt, dass insbesondere auf Ebene der politischen Rahmendokumente und Curricula deutliche Entwicklungen erkennbar sind. Besonders hervorgehoben wird die Empfehlung der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Bildung für nachhaltige Entwicklung aus dem Jahr 2024. Sie beschreibt BNE als Leitperspektive für Schul- und Unterrichtsentwicklung und stützt sich auf den Whole School Approach (WSA) als zentrales Referenzkonzept für wirksames Nachhaltigkeitslernen in und um Schulen. Nachhaltigkeit wird damit nicht nur als Unterrichtsthema verstanden, sondern als weitreichende, motivierende und zur Mitgestaltung einladende Entwicklungsaufgabe, die Schulkultur, Gebäudegestaltung, Partizipation und Kooperationen umfasst.