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Atlas der Zivilgesellschaft

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Titelseite Atlas der Zivilgesellschaft 2022. Quelle: Brot für die Welt und CIVICUS

Brot für die Welt und CIVICUS, ein weltweites Netzwerk für bürgerschaftliches Engagement veröffentlicht in diesem Jahr zum fünften Mal den „Atlas der Zivilgesellschaft". Er dokumentiert, in welchen Ländern die Zivilgesellschaft frei handeln kann und in welchen Staaten ihre Rechte bedroht, eingeschränkt oder gar außer Kraft gesetzt sind. Nur 240 Millionen Menschen weltweit leben in „offenen“ Staaten, in denen zivilgesellschaftliche Grundfreiheiten wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit garantiert sind. Dagegen leben etwa neun von zehn Menschen in Staaten mit „beschränkter“, „unterdrückter“ oder „geschlossener“ Zivilgesellschaft. 

Die Daten belegen, dass der Handlungsraum der Zivilgesellschaft nur in 39 Staaten „offen“ ist. Belgien, Tschechien und die Salomonen sind im Vergleich zum Vorjahr aus dieser Kategorie abgerutscht. In 41 Staaten (Atlas 2021: 40) ist der Handlungsraum „beeinträchtigt“, darunter EU-Staaten wie Frankreich und Malta, aber auch der einzige Aufsteiger im Vorjahresvergleich, die Mongolei. 43 Staaten (2021: 47) „beschränken“ den Handlungsraum der Zivilgesellschaft, auch die USA. Die Zivilgesellschaft wird in 48 Staaten „unterdrückt“ (2021: 44), sechs Länder sind neu in dieser Kategorie - etwa Jordanien und Mosambik. „Geschlossen“ ist der Raum für zivilgesellschaftliche Akteure in 25 Staaten (2021: 23), darunter nun auch Belarus und Nicaragua und schon vorher Ägypten oder China.

Inhaltlicher Schwerpunkt des Atlas‘ ist in diesem Jahr die Digitalisierung. Sie ist für zivilgesellschaftliche Organisationen und Akteure Chance und Bedrohung zugleich.

Zum fünften Mal analysiert der Atlas der Zivilgesellschaft anhand weltweiter Daten und Berichte, wie frei sich Menschen für ihre Anliegen einsetzen können.

Hintergrund

Die Daten für den Atlas basieren auf Erhebungen von CIVICUS, einem weltweiten Netzwerk für bürgerschaftliches Engagement, und der Auswertung verschiedener Quellen und Indizes, beispielweise zur Rede- oder Versammlungsfreiheit.

CIVICUS unterteilt die Freiheitsgrade einer Gesellschaft in fünf Kategorien: offen, beeinträchtigt, beschränkt, unterdrückt und geschlossen. Die Daten belegen, dass derzeit nur in 43 Staaten der Handlungsraum der Zivilgesellschaft „offen“ ist. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind Australien und Malta aus dieser Kategorie abgerutscht. Somit gilt in 42 Staaten (2019: 40) der Handlungsraum als „beeinträchtigt“, darunter EU-Mitgliedsstaaten wie Österreich, Italien und Polen. 49 Staaten (2019: 53) „beschränken“ den Handlungsraum der Zivilgesellschaft, so auch weiterhin Ungarn und der EU-Beitrittskandidat Serbien. „Unterdrückt“ wird die Zivilgesellschaft in 38 Ländern (2019: 35), in diesem Jahr zählt dazu Indien mit seinen etwa 1,3 Milliarden Einwohnern. In 24 Staaten (2019: 23) ist der Raum für zivilgesellschaftliche Akteure „geschlossen“, darunter China, Ägypten und der Sudan.

Der Atlas der Zivilgesellschaft erscheint im Oekom-Verlag München.