Lediglich 3,4 Prozent der Menschen weltweit leben in Staaten, in denen Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit vollständig garantiert sind. Demgegenüber leben 73 Prozent der Weltbevölkerung in autoritären Staaten oder Diktaturen. Zusätzlich schränkt zunehmende Desinformation zivilgesellschaftliche Spielräume weiter ein.
Der 9. Atlas der Zivilgesellschaft von Brot für die Welt dokumentiert die weltweite Lage der Zivilgesellschaft. Er gibt Aufschluss darüber, ob sich der Druck auf zivilgesellschaftliche Akteure weiter erhöht und welche Länder auf der Skala der Freiheit auf- oder absteigen.
Eine lebendige und freie Zivilgesellschaft gilt dabei als besonders bedeutsam für Entwicklungsgerechtigkeit: Sie macht Ungleichheit sichtbar und stärkt die Positionen benachteiligter Gruppen.
Die Datenbasis des Atlas bildet der CIVICUS-Monitor, der zahlreiche unabhängige Quellen kombiniert. Das weltweite zivilgesellschaftliche Netzwerk CIVICUS bezieht Beobachtungen und Daten von mehr als 20 regionalen Partnern ein – darunter Bewertungen von Organisationen wie Reporter ohne Grenzen sowie Berichte nationaler, regionaler und internationaler zivilgesellschaftlicher Organisationen. Im Fokus stehen Informationen zur Vereinigungs-, Versammlungs- und Meinungsfreiheit in den einzelnen Ländern. Daten staatlicher Stellen fließen bewusst nicht ein.
Der Grad zivilgesellschaftlicher Freiheit wird in fünf Kategorien abgebildet: offen, beeinträchtigt, beschränkt, unterdrückt und geschlossen. Dabei muss nicht jedes typische Merkmal einer Kategorie zwingend auf alle Länder innerhalb dieser Kategorie zutreffen.