Zukunftswerkstatt „Buen vivir“. Schritte auf dem Weg zum guten Leben und zur guten Schule

Der aus dem Quechua stammende Begriff „Sumak kawsay“, der ins Spanische mit „Vivir bien“ bzw. „Buen vivir“ übersetzt wird, ist eines der zentralen Weltanschauungsprinzipien der Völker des Andenraums. Darunter wird das Zusammenleben in Vielfalt und Harmonie mit der Natur verstanden.

Die Unterrichtseinheit zum Thema „Buen vivir“ verfolgt einen philosophischen, werte- und zukunftsorientierten Ansatz: Die Schüler*innen beschäftigen sich im Rahmen einer Zukunftswerkstatt mit der Frage nach dem Recht auf ein gutes Leben und damit, wie dieses für sie aussieht. Gleichzeitig vertiefen sie ihre Kompetenz im Leseverstehen fremdsprachiger Texte und wenden Gruppenarbeitsmethoden an.

Zukunftswerkstätten durchlaufen typischerweise drei Phasen: eine Kritikphase, in der der Ist-Zustand analysiert wird, eine Utopiephase, die den Soll-Zustand formuliert, sowie eine Realisierungsphase, in der es um die Fixierung und Umsetzung konkreter Handlungsmöglichkeiten zur Erreichung des Soll-Zustands geht.

In der vorliegenden Unterrichtseinheit wird dies folgendermaßen realisiert:

  • Zum Einstieg setzen sich die Schüler*innen anhand zweier gegensätzlicher Schüleraussagen kritisch mit unterschiedlichen Vorstellungen von Lebensqualität und Schule auseinander. Dadurch wird deutlich, dass solche Fragen unterschiedlich beantwortet werden und gesellschaftlich diskutiert werden müssen.
  • In der anschließenden Utopiephase entwickeln die Schüler*innen eigene Vorstellungen von einem guten Leben und einer guten Schule und präsentieren ihre Ideen.
  • In der Realisierungsphase sammeln die Lernenden konkrete Ideen für nachhaltiges Handeln an ihrer Schule und im eigenen Alltag. Ziel der Zukunftswerkstatt ist es, kreative Handlungskonzepte zu entwickeln und diese durch konkrete Planung sowie mögliche Folgeprojekte langfristig umzusetzen.