In welcher Welt werden die heutigen Schüler und Schülerinnen künftig leben? Wird der Lobbydruck fossiler Konzerne das Tempo Richtung Klimakatastrophe weiter erhöhen? Sind Vorschläge für einen grünen Kapitalismus mit Zertifikathandel, Elektrifizierung und Wasserstoff-Technologien realistisch und wünschenswert? Welche Vorschläge für ein nach-kapitalistisches Wirtschaften und Zusammenleben gibt es?
Mit diesen Fragen befasst sich das Bildungsmaterial "Grüner Kapitalismus? Zwischen Gegenwart und möglichen Zukünften des Wirtschaftens", das Attac gemeinsam mit dem Verein "Wirtschaft demokratisch gestalten lernen" veröffentlicht. Es kann im Unterricht und in der außerschulischen Bildung eingesetzt werden und besteht aus elf Vorschlägen für Unterrichtseinheiten sowie einem kleinen Planspiel zu sozial-ökologischen Konflikten.
Die ehrenamtlichen Verfassenden haben vielfältige Erfahrungen in der Bildungsarbeit und legen besonderen Wert auf die Verknüpfung der Lehrgegenstände mit aktivierenden Methoden und kooperativen Lernformen.
Thematisch gliedert sich das Material in drei Kapitel. Kapitel eins widmet sich exemplarischen Problemen eines grünen kapitalistischen Entwicklungsmodells. Kapitel zwei nimmt konkurrierende gesellschaftliche Zukunftsprojekte in den Blick und macht sie am Beispiel von Konflikten um die Transformation der Automobilindustrie zugänglich. Kapitel drei erschließt Alternativen zu einem grünen Kapitalismus.
Das umfangreiche und klar strukturierte Material erfordert zunächst etwas Zeit zur Einarbeitung, lässt sich jedoch auch gut auszugsweise einsetzen. Es bietet innovative und abwechslungsreiche Methoden. Der „Erwartungshorizont“ am Ende jeder Unterrichtseinheit enthält ausführliche mögliche Antworten und stellt damit eine gute Hilfestellung für Lehrkräfte dar.
Das Material ist teilweise sehr textorientiert, inhaltlich anspruchsvoll und scheint stark schulisch ausgerichtet, sodass ein Einsatz im außerschulischen Bereich möglicherweise schwerer vorstellbar ist. Der Einsatz von Bildern, Illustrationen und Grafiken würde das Material ansprechender gestalten und die Lesefreundlichkeit erhöhen.