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Landeskoordination BNE: Etappenziel acht Bundesländer erreicht

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Bei der Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im schulischen Bildungssystem wurde zum Ende des Schuljahres 2018/19 ein ermutigendes Etappenziel erreicht: Bereits in der Hälfte der deutschen Bundesländer sind Landeskoordinatorinnen und Landeskoordinatoren für BNE in der schulischen Bildung aktiv. In den acht Ländern Berlin, Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und dem Saarland arbeiten sie an den obersten Kultusbehörden daran, BNE im Sinne des Nationalen Aktionsplans „in die Struktur zu bringen“. Die Einrichtung der Stellen wird von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) gefördert.

Die Landeskoordinationen setzen sich dafür ein, BNE innerhalb der Bildungsplanung ihres jeweiligen Landes mehr Gewicht zu verleihen. Wichtige Ansatzpunkte hierfür sind die Weiterentwicklung von Rahmenlehrplänen und Schulcurricula, der Ausbau von Qualifizierungsangeboten für Lehrerinnen und Lehrer und die Schaffung förderlicher Rahmenbedingungen für Schulentwicklungsprozesse und die Vernetzung von Schulen, die sich für nachhaltige Entwicklung engagieren.
Ein Erfolgsfaktor für die Arbeit der Landeskoordinationen ist eine gelingende Kooperation mit außerschulischen Bildungsanbietern. Mit ihrer spezifischen Expertise, ihrem Engagement und der Vielfalt ihrer Angebote vor Ort leisten Nichtregierungsorganisationen einen wichtigen Beitrag dazu, BNE breitenwirksam in der schulischen Bildung zu verankern.

Was machen Landeskoordinator*innen?

Die Arbeitsgrundlage der Landeskoordinatoren bildet der Nationale Aktionsplan (NAP) zum Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (WAP) der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO). Der NAP legt dar, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung umgesetzt werden kann: auf struktureller Ebene beispielsweise durch systematische Berücksichtigung von BNE in Lehr- und Bildungsplänen und in Schulcurricula sowie bei der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften; in der Praxis durch vielfältige Angebote.

Zur Umsetzung des NAP liefert der Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung, ein gemeinschaftliches Projekt der Kultusministerkonferenz und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, einen praktischen Beitrag: Er zeigt Schulen und Institutionen der Lehrerbildung, was jedes einzelne Unterrichtsfach zum globalen Lernen beitragen kann. Darüber hinaus gibt er Impulse zur anschaulichen Vermittlung relevanter Kompetenzen und Inhalte des globalen Lernens auf der Basis einer ganzheitlichen, fachübergreifenden und fächerverbindenden Unterrichtsorganisation für alle Schulformen.

Da Bildungspolitik in der Hoheit der Länder liegt, haben die Landeskoordinatoren unterschiedliche Rahmenbedingungen – und sie können länderspezifische Impulse aufgreifen. So setzt der Landeskoordinator in NRW den Schwerpunkt auf die
Begleitung der Kampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ und unterstützt die Landesstrategie „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“. Der Landeskoordinator in Hamburg rückt die Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele,
Fortbildungen von Lehrkräften zum UN-Weltaktionsprogramm und die Kooperation mit der Zivilgesellschaft in den Mittelpunkt. Zivilgesellschaftliche Organisationen, insbesondere aus dem entwicklungspolitischen Feld, sind in der schulischen BNE wichtige Partner, indem sie über ihre fachlichen Beiträge hinaus auf praktischer Ebene zeigen, wie lebendiges gesellschaftliches Engagement ausgestaltet werden kann.