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In acht Bundesländern eröffnen Landeskoordinationen für BNE in der schulischen Bildung neue Kooperationschancen.

In acht Bundesländern eröffnen Landeskoordinationen für BNE in der schulischen Bildung neue Kooperationschancen.

01.07.2019
Quelle: 
Engagement Global
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Bei der Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im schulischen Bildungssystem wurde zum Ende des Schuljahres 2018/19 ein ermutigendes Etappenziel erreicht: Bereits in der Hälfte der deutschen Bundesländer sind Landeskoordinatorinnen und Landeskoordinatoren für BNE in der schulischen Bildung aktiv. In den acht Ländern Berlin, Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und dem Saarland arbeiten sie an den obersten Kultusbehörden daran, BNE im Sinne des Nationalen Aktionsplans „in die Struktur zu bringen“. Die Einrichtung der Stellen wird von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) gefördert.

Die Landeskoordinationen setzen sich dafür ein, BNE innerhalb der Bildungsplanung ihres jeweiligen Landes mehr Gewicht zu verleihen. Wichtige Ansatzpunkte hierfür sind die Weiterentwicklung von Rahmenlehrplänen und Schulcurricula, der Ausbau von Qualifizierungsangeboten für Lehrerinnen und Lehrer und die Schaffung förderlicher Rahmenbedingungen für Schulentwicklungsprozesse und die Vernetzung von Schulen, die sich für nachhaltige Entwicklung engagieren.
Ein Erfolgsfaktor für die Arbeit der Landeskoordinationen ist eine gelingende Kooperation mit außerschulischen Bildungsanbietern. Mit ihrer spezifischen Expertise, ihrem Engagement und der Vielfalt ihrer Angebote vor Ort leisten Nichtregierungsorganisationen einen wichtigen Beitrag dazu, BNE breitenwirksam in der schulischen Bildung zu verankern.

Die Tagung der Landeskoordinationen am 25. und 26. Juni 2019 in Berlin bot Gelegenheit für einen länderübergreifenden Austausch zu Potentialen der Zusammenarbeit zivilgesellschaftlicher und staatlicher Akteure im Bereich der schulischen BNE. Ausgehend von der kürzlich veröffentlichten Studie „Wirkungsorientierung in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit“ formulierten Vertreterinnen und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen gemeinsam mit den Landeskoordinationen Empfehlungen für die Intensivierung der Zusammenarbeit von Kultusbehörden und Nichtregierungsorganisationen.

Wertvolles Input hierfür brachten unter anderem die Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke (agl), der Verband Entwicklungspolitik und humanitäre Hilfe (VENRO), Brot für die Welt, das Eine Welt-Promotor*innen-Programm, das Zentrum für Globales Lernen in Berlin (EPIZ Berlin) sowie das Entwicklungspolitische Schulprogramm (ENSA) und das Programm Bildung trifft Entwicklung (BtE) von Engagement Global ein.

Die Stärkung globaler Perspektiven innerhalb der BNE wurde von allen Tagungsteilnehmenden als zentrales gemeinsames Ziel benannt. Intensiv reflektiert wurde, wie dies angesichts der unterschiedlichen Rollen und Rahmenbedingungen staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure im System Schule am wirkungsvollsten zu erreichen ist. Wichtig ist aus Sicht der Teilnehmenden, eine gezieltere Abstimmung der Angebote außerschulischer Akteure auf die Bedarfe unterschiedlicher Schulformen und Jahrgangsstufen und die entsprechenden curricularen Vorgaben anzuregen. Zudem sollten Schulen verstärkt beim Aufbau längerfristiger Partnerschaften mit außerschulischen Lernorten, Referentinnen und Referenten und Bildungsträgern unterstützt werden. Die gemeinsame Weiterentwicklung von Qualitätskriterien für Kooperationsvorhaben zwischen schulischen und außerschulischen Partnern im Bereich BNE könnte hierfür eine hilfreiche Basis legen.