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zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Aktueller Newsletter zu den Sustainable Development Goals

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Sustainable Development Goals (SDGs). Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sustainable_Development_Goals.svg

Liebe Leserinnen und Leser,

es hätte ein großartiger Auftakt für die Fortsetzung des Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) werden sollen: die Internationale Konferenz der UNESCO zu „ESD for 2030“ vom 2.–4. Juni 2020 in Berlin. Doch die Konferenz wird – wie viele andere internationale Veranstaltungen, deren Planungen schon sehr weit gediehen sind – der Coronakrise zum Opfer fallen und muss verschoben werden.

Auch der für den 27.–29. Mai geplante internationale zivilgesellschaftliche Kongress „Civil Society for ESD 2030“, den VENRO – Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e. V. in Kooperation mit dem World University Service e. V. (WUS) vorbereitet, kann wahrscheinlich nicht wie geplant stattfinden. Wir wollten dort, im Vorfeld der von staatlichen Akteuren dominierten UNESCO-Konferenz, den entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen (NRO) als wichtige Akteure der BNE Gehör bei der Ausgestaltung des neuen Weltaktionsprogamms verschaffen.

Entwicklungspolitische Bildungsarbeit ist in besonderem Maß auf Austausch, persönliche Begegnung, Reisen und offene Grenzen angewiesen und deshalb kommen wegen Corona nicht nur große Konferenzen, sondern auch viele kleine Veranstaltungen momentan ins Stocken. Sie werden nun behelfsweise in einem virtuellen Ersatzformat durchgeführt oder müssen verschoben oder abgesagt werden.

Um Aktivitäten nicht völlig zum Erliegen zu bringen, gibt es im Moment viele kreative Ideen und internetbasierte Formate, um Bildungsangebote zu BNE und Globalem Lernen in virtueller Form aufrechtzuerhalten, als Chat, Webinar, Blog, Videokonferenz etc. Formate wie „Chat der Welten“, die seit jeher auf virtueller Kommunikation beruhen, gewinnen jetzt besondere Bedeutung und können als Vorbild dienen. Falls z. B. „weltwärts“ in der neuen Saison ab August 2020 zunächst nicht durchgeführt  werden kann, wäre es einen Gedanken wert, ob das Programm übergangsweise nicht auch als virtuelles Format aufgelegt werden kann, bis Reisen und physische Begegnungen wieder möglich sind.

Wir alle wissen, dass die Umsetzung des SDG 4.7 weit hinter den selbstgesteckten Zielen der Staatengemeinschaft zurückbleibt (siehe hier alle Unterziele des SDGs 4). Es wird Zeit, dass die Politik ihre Verantwortung endlich wahrnimmt und Bildung als Kern gesellschaftlicher Transformation im Sinne der Agenda 2030 nicht nur theoretisch anerkennt, sondern auch aktiv konsequenter umsetzt. „ESD for 2030“ bietet dazu eine große Chance. Die Umsetzung dieser Aspekte erfordert eine engere Zusammenarbeit und Vernetzung aller (!) Akteur*innen im Bereich BNE, auf politischer und zivilgesellschaftlicher, auf internationaler, nationaler, auf lokaler und regionaler Ebene.

Und was die Inhalte des Globalen Lernens angeht: Durch die Coronakrise sind globale Lieferketten, besonders im Medizin- und Pharma-Bereich, und die damit verbundene Umweltzerstörung und Verletzung der Menschenrechte in den Fokus der Medien gerückt. Dieses „window of opportunity“ sollten wir nutzen, es könnte sich schon bald wieder schließen.

In diesem Sinne,
bleiben Sie gesund und solidarisch!

Chris Boppel

Mitglied des Vorstands von Eine-Welt-Netz NRW, Münster
Mitglied des Vorstands von VENRO e.V., Berlin

EWIK Kooperationspartner