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September-Newsletter zum Thema Frieden

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Path to peace graffiti in Israel. Photo by Cole Keister on Unsplash

Liebe Leserinnen und Leser,

im Februar hatte ich begonnen, die ersten Zeilen für dieses Editorial zu schreiben. Davon ist nicht viel übrig geblieben. Ich hätte mir „damals“ nicht vorstellen können, dass ein Virus innerhalb kürzester Zeit die ohnehin fragile Weltordnung so radikal in Frage stellen kann.

Wie schön wäre es gewesen, wenn wir angesichts der plötzlichen Infragestellung eigener Gesundheit sensibler, friedlicher geworden wären. Warum gelang es nicht, global-menschlich die notwendigen Schritte gemeinsam zu gehen? Statt gegenseitiger Hilfe tun sich dagegen neue Konflikte auf. Dabei macht Corona uns klar, dass wir alle in einem Boot, auf einer Erde sitzen. Niemand ist vor Covid-19 sicher. Auch die größten Volkswirtschaften sind bedroht. Da sollte es doch möglich sein, Frieden neu zu denken und zwar umfassend. Stattdessen: geschlossene Grenzen, ausgegrenzte Menschen, im Stich gelassene Kontinente.

Es wird viel über die Langzeitwirkung einer Corona-Erkrankung gerätselt. Aber nicht nur Menschen, auch die Welt wird sich von dieser Pandemie nur schwer erholen, und es werden Langzeitfolgen bleiben, die wir heute noch nicht überblicken können. Das ohnehin vorhandene Versagen in Bezug auf Klima, Bildung, Ernährung, Chancengleichheit verstärkt sich vor allem in den Ländern, die auch vorher schon abgehängt waren.  

Kurz vor Ausbruch des Golfkrieges im Jahr 2003 entwickelten wir ein neues Friedenssymbol, das „Weiße Friedensband“, das später unserem Verein den Namen gab. Das geschah unter dem Slogan „Konflikte friedlich lösen“. Wir übersetzten diesen Satz in fünf Sprachen, machten ein Foto und verschickten die Mail an 180 Friedensorganisationen weltweit und produzierten zigtausend Satinschleifen.

Es waren vor allem die Gespräche mit den Jugendlichen auf den Straßen und bei den Demos, die uns dazu bewegten, Bildungsaktionen mit und für Jugendliche zu entwickeln. Die Jugendlichen brachten es damals auf den Punkt: „Wir brauchen Werkzeuge gegen die Borniertheit der Erwachsenen. Sie verstehen einfach nicht, dass sie nicht das Beste für uns tun, sondern eine kaputte Welt hinterlassen.“ Eigentlich ist es gar nicht so schwer: Lasst doch einfach die Kluft zwischen Sprechen und Handeln kleiner machen.

Das geht nur, wenn wir die Jugendlichen stärker beteiligen! Wir brauchen also mehr Friedenspädagogik in Schule und Jugendarbeit, aber auch eine Erwachsenenbildung, die sich  Verschwörungstheorien entgegenstellt und Feindbilder abbaut.  

In dieser Newsletter-Ausgabe finden sich entsprechend Material- und Medienhinweise zum Thema Frieden und Verständigung, Aktions- und Fortbildungsangebote sowie Hintergrundinformationen. Außerdem lohnt ein Blick auf unsere schwerpunktunabhängigen aktuellen Meldungen und die letzten Beiträge vom Blog EineWeltBlaBla.

Anregende Lektüre!

Günter Haverkamp
Aktion Weißes Friedensband e.V.
EWIK-Kooperationspartner