Das zentrale Portal zum Globalen Lernen und
zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Aktueller Newsletter zum Thema Methoden für Globales Lernen / BNE – Wege zum Aktiv werden

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Liebe Leserinnen und Leser,

Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung bilden im heutigen Sprachgebrauch eine unverbrüchliche Einheit. Das Leitbild nachhaltiger Entwicklung hat sich seit der Erklärung von Rio zu Umwelt und Entwicklung (1992) über die nachfolgenden Welt-Konferenzen (Johannesburg 2002, Rio 2012) im internationalen Verständnis Stück für Stück aufgebaut und konkretisiert.

Heute umfasst es ganz selbstverständlich die vier Dimensionen Politik, Wirtschaft, Soziales und Umwelt, aufgegliedert in die 17 Ziele der Agenda 2030. Wenn man diesen Ziel-Katalog auf sich wirken lässt, wird klar, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung unser ganzes Leben erfasst. Vor allem wird deutlich, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung nicht irgendwo in der Ferne beginnt, sondern mitten in unserem Alltags-Leben.

Entsprechend hoch ist auch die Verantwortung der Schulen. Wobei sofort deutlich wird, dass Globales Lernen bzw. Bildung für nachhaltige Entwicklung kein neues Schulfach sein kann, sondern den gesamten schulischen Unterricht mitbestimmen muss. Entsprechend sind auch die neuesten programmatischen Schriften zur Bildung für nachhaltige Entwicklung gestaltet.

An erster Stelle steht hier die aktualisierte und erweiterte Auflage des „Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (KMK und BMZ), in der alle Fächer und Lernbereiche der Sekundarstufe I (Klasse 5–10) in ihrer Verantwortung für Themen der Bildung für nachhaltige Entwicklung vorgestellt werden und zwar nicht nur theoretisch, sondern jeweils veranschaulicht durch ein Unterrichtsbeispiel. So ist etwa die Fächergruppe Religion – Ethik durch das Unterrichtsbeispiel „Deutsche Türken und arabische Deutsche“ vertreten, ein Beispiel, das den Schülerinnen und Schülern unter die Haut geht.
Mathematik beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen Armut, Hunger, Mutterschutz und Kinderschutz, Sport mit den globalen Beziehungen des Fußballs usw. Noch deutlicher werden die Möglichkeiten des Aktivwerdens der Schülerinnen und Schüler in den Unterrichtsbeispielen für die Grundschule (Klasse 1–4). Hier geht es etwa um die Schulwege der Kinder: Gebäude, Bäume, Gefahren, auch Umweltfragen (z. B. tägliche Fahrt mit dem Auto der Eltern).

In einem neuen Band des Grundschulverbandes e.V. (147: Bildung für nachhaltige Entwicklung) werden alle Fächer der Grundschule mit Beispielen in ihrer Verantwortung für BNE vorgestellt, u. a. Fremdsprachen: "Feliz Birth Tag – mein Geburtstag in der Welt von Morgen", Musik: "Die eine Welt klingt bunt", Sachunterricht: "Kinderarbeit, was können wir tun?", "Fairer Handel – ein Thema für die Grundschule?", "Prima Klima?", "Jeans, Jeans, Jeans" … usw.

Das Aktivwerden der Schülerinnen und Schüler gelingt allerdings am besten, wenn eine Schule im Rahmen der heute für alle Schulen erwünschten Profilbildung „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ als Leitlinie wählt. Dann stehen Bewirtschaftung, bauliche Gestaltung, Sozialarbeit, demokratische Zusammenarbeit, Öffnung nach außen, kurz Unterricht und Schulleben, für alle Beteiligten, Lehrpersonal wie Schülerinnen und Schüler, im Zeichen der Nachhaltigkeit.

Aktionsideen und Anregungen für eine abwechslungsreiche Bildung für nachhaltige Entwicklung finden Sie in diesem Newsletter.

Prof. Dr. Rudolf Schmitt, Leiter des Projektes „Eine Welt in der Schule“

EWIK Kooperationspartner