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Aktueller Newsletter zur UN-Dekade Menschen afrikanischer Herkunft - mit Grußwort von Dr. Uschi Eid, Präsidentin der Deutschen Afrika Stiftung

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Logo UN-Dekade "Menschen Afrikanischer Abstammung. © Unites Nations, http://www.un.org/en/events/africandescentdecade/index.shtml

Liebe Leserinnen und Leser,

die Dekade "Menschen Afrikanischer Abstammung: Anerkennung, Gerechtigkeit und Entwicklung" wurde im Dezember 2013 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen, um Diskriminierung und Rassismus bis 2024 zu bekämpfen. Wer immer damals geglaubt haben mag, dieser Kampf sei doch bereits gewonnen, wurde traurigerweise durch die Tötung des Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai 2020 in Minneapolis eines Besseren belehrt.

Die strukturelle Benachteiligung von Menschen afrikanischer Abstammung wird aber nicht allein durch offensichtliche Ungerechtigkeiten, sondern auch durch oftmals einseitig negative Berichterstattung über den afrikanischen Kontinent und die daraus resultierenden Stereotypen befördert. Insofern ist es richtig, dass der Titel der UN-Dekade der „Anerkennung“ eine besondere Bedeutung beimisst. „Good news“ aus Afrika finden häufig nicht ihren Weg in unsere Nachrichten - zu Unrecht, denn in Afrika gibt es spannende und ausgesprochen positive Entwicklungen.

Mit der Gründung von NEPAD, der New Partnership for Africa's Development, hat die Afrikanische Union (AU) im Jahr 2001 ein eigenes politisches Entwicklungs- und Kooperationsprogramm initiiert, das klar macht, dass Afrika sein Schicksal in die eigenen Hände nimmt. Die „Agenda 2063“ wiederum, ein strategisches Konzept zur Transformation Afrikas in den nächsten 50 Jahren, verdeutlicht, dass Afrika weiß, wo es hinwill.

Auch gesellschaftlich marschiert Afrika vielfach voran, ohne dass wir dies wahrnehmen: Wer weiß schon, dass sich das Parlament mit dem höchsten Frauenanteil der Welt (61%) in Ruanda befindet?

Und wer nimmt die erstaunlichen Entwicklungen in einer Reihe von afrikanischen Staaten wahr? Ostafrika ist weltweit führend beim mobilen Bezahlen: Mit M-Pesa kann an nahezu jedem Kiosk in Kenia mit dem Handy bezahlt und Geld auf andere Handys überwiesen werden. 640 Hightech-Standorte, sogenannte Techhubs, bringen kontinentweit Start-ups und junge Gründerinnen und Gründer zusammen; das nigerianische „Nollywood“ produziert jede Woche rund 50 Filme und gibt mehr als einer Million Menschen Arbeit. Nicht mal Hollywood kann da mithalten.

Afrika ist zudem ein wichtiger Alliierter beim Bekämpfen des Klimawandels: Eine 8000 km lange „grüne Mauer“ aus Bäumen und Natur soll quer durch die Sahelregion errichtet werden, die sogenannte Great Green Wall. In Äthiopien wurden kürzlich 354 Millionen Setzlinge in nur 24 Stunden neu gepflanzt, ein einsamer Weltrekord, der den Willen unterstreicht, einen energischen Beitrag zur Rettung von Umwelt und Klima zu leisten.

Die schnelle Reaktion vieler afrikanischer Staaten auf die Corona-Pandemie hat nicht nur vielen Afrikanern das Leben gerettet und dafür gesorgt, dass die erwartete Katastrophe ausgeblieben ist. Sie ist auch ein Beleg dafür, dass Afrika über Erfahrungen aus anderen Krisen verfügt, die es jetzt nutzt – und von denen auch der Norden profitieren könnte, wenn er sich denn darauf einließe.

Uns als Deutscher Afrika Stiftung ist daran gelegen, solche Entwicklungen bekannter zu machen und so zu einem differenzierten Afrikabild und zur Anerkennung der dortigen Leistungen beizutragen. Insofern identifiziert sich die Deutsche Afrika Stiftung mit den Zielen der Internationalen Dekade für Menschen Afrikanischer Abstammung. Die Beschäftigung mit diesen Zielen, die Beschäftigung mit Afrika insgesamt lohnt, weil es für uns alle viel Neues und Überraschendes zu lernen gibt.

In diesem Sinne wünsche ich dieser Ausgabe des Newsletters des „Portal Globales Lernen“ viel Erfolg und Ihnen allen viel Freude bei der Lektüre.

Ihre
Dr. Uschi Eid
Präsidentin der Deutschen Afrika Stiftung

Mehr Informationen über die Arbeit der Deutschen Afrika Stiftung finden Sie unter www.deutsche-afrika-stiftung.de