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Geesthachter Kitas demonstrieren für den Klimaschutz

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In Geesthacht bei Hamburg gingen 700 Kita-Kinder gemeinsam mit ihren pädagogischen Fachkräften auf die Straße, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Mit Trillerpfeifen, selbst gestalteten Plakaten und Megaphon bewegte sich der Demonstrationszug durch die Geesthachter Fußgängerzone zum Rathausplatz, wo die Kinder Bürgermeister Olaf Schulze ein selbst gebasteltes Müllmonster als Mahnung für mehr Klimaschutz überreichten. Es war im Rahmen ihres Klimaschutzprojekts entstanden. Dabei brachten sie zum Ausdruck, dass alle, auch Kita-Kinder, etwas für die Umwelt tun können, ob klein, ob groß, ob in der Kita oder Zuhause.

Bürgermeister Olaf Schulze nahm das Müllmonster und die Mahnung der Kinder mit Begeisterung entgegen und verband dies auch gleich mit einem Aufruf: "Ihr habt gezeigt, dass ihr wisst, worauf es ankommt, dass wir unsere Erde nicht weiter ausbeuten dürfen. Auf Euch hört man, darum möchte ich euch ermutigen, nervt alle Erwachsenen, wenn sie Plastik und Müll wegwerfen und sagt Ihnen, ihr möchtet das nicht! An alle Erwachsenen: Nehmen sie diese Demo als Aufruf zum Nachdenken!" Auch die Stadt Geesthacht engagiert sich für Nachhaltigkeit, ist seit Januar 2019 Fairtrade Town und hatte die Aktivitäten der Kinder im Rahmen ihrer Klimaschutzaktionswoche im Vorfeld tatkräftig unterstützt.

Christa Klingbeil von der Kita St. Thomas hielt stellvertretend für alle elf Kitas eine Rede und zeigte sich kämpferisch. "Wir, mehr als 1.000 Kinder und 170 pädagogische Fachkräfte, sind seit unserem KITA21-Fachtag im März 2018 auf vielfältige und kreative Weise für den Klimaschutz aktiv. Viele sagen, das hätte keinen Zweck, wir können doch nichts bewirken. Wir sagen, doch, das können wir! Wir haben uns auf den Weg gemacht und möchten ein Zeichen für mehr Klimaschutz und die Zukunft unserer Kinder setzen!"

Unterstützung bei ihrer Bildungsarbeit erfuhren die Geesthacher Kitas durch die Bildungsinitiative "KITA21 – Die Klimaretter" der S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung. Neben der pädagogischen Umsetzung nahmen die Kitas auch die Bewirtschaftung der Häuser in den Blick, was einen positiven Einfluss auf den Ressourcenverbrauch der Kitas hatte. So konnten sich die Kinder durch verschiedene Bausteine, wie einem Verrottungsexperiment dem Thema Abfall nähern und gemeinsam nach Lösungen für Abfallvermeidung suchen. In den Häusern konnten durch ein verpackungsarmes Einkaufsverhalten und konsequente Mülltrennung spürbare Impulse für mehr Nachhaltigkeit gesetzt werden. Aber auch zu Strom- und Wassersparen oder Ernährung gab es spannende Projekte.

Silvia Frink von der Kita St. Salvatoris berichtete, was KITA21 in ihrer Kita ausgelöst hat: "Sicher haben wir vor dem Projekt auch schon Müll getrennt und Plastikdeckel gesammelt, aber durch das Klimaschutzprojekt haben wir einen anderen Blick bekommen. So, wie wir auch eine Sicherheitsbeauftragte haben, wollen wir fortan ein Team bilden, das zukunftsgerechtes Wirtschaften und Handeln in unserer Kita im Blick behält und kontinuierlich verbessert."

Claudia Rhibi von der Kita Marksweg beobachtet eine deutliche Wirkung ihres Klimaschutzprojektes in die Familien hinein. "Die Kinder tragen ihr Wissen und Gewissen mit nach Hause, so dass auch viele Familien ihren Einkauf etwas umgestellt haben. So gibt es hier und da Joghurt jetzt aus Gläsern und nicht mehr aus Plastikbechern oder es wird in Geschäften eingekauft, in denen man seine "eigene Verpackung"  in Form von Dosen, Schalen und Flaschen selbst mitbringt."

Dirka Griesshaber, Geschäftsführerin der S.O.F., ist begeistert von dem öffentlichen Engagement der Geesthachter Kitas und sagt mit Blick auf das gesamte Klimaschutzprojekt: "Wir sind sehr stolz, Teil dieses Prozesses zu sein. Wir wünschen uns, dass ganz viele Kitas in Norddeutschland sich wie die Geesthachter Kitas zusammentun und intern, aber auch in ihrem Umfeld, für mehr Ressourcen- und Klimaschutz werben!"

Die Angebote der Bildungsinitiative KITA21 werden im Kreis Herzogtum Lauenburg durch die Buhck-Stiftung gefördert. Die öffentlichen Aktionen fanden im Rahmen der Aktionswoche "Sonne, Wasser, Wind – diese Energie gewinnt!" vom "Klima-Kita-Netzwerk" statt, das bundesweit Kitas aufgerufen hatte, öffentliche Zeichen für Klimaschutz zu setzen.