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Anne Frank. Morgen mehr. – Interaktives Lernlabor in Frankfurt am Main

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Anne Frank. Morgen mehr. – Interaktives Lernlabor in Frankfurt am Main. Bildquelle: bs-anne-frank.de

Nur wenige hundert Meter von ihrem Geburtshaus entfernt werden die Geschichte und die Fragen der berühmten Frankfurter Autorin wieder lebendig. Das interaktive Lernlabor zu Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung in Vergangenheit und Gegenwart "Anne Frank. Morgen mehr." der Bildungsstätte Anne Frank will deswegen auch kein Museum, sondern ein Ort der Auseinandersetzung und der Debatte sein.

Jugendliche können sich hier mit Leben und Werk der Anne Frank vertraut machen. Es soll gelernt werden, Fragen aus der Geschichte auf die Gegenwart anzuwenden. Das Lernlabor nimmt jugendliche Perspektiven zum Thema Diskriminierung ernst und macht die verschiedenen Formen der Aneignung von Geschichte erlebbar: Utopien, Konflikt und Widerstand.

Das Lernlabor ist speziell für die Arbeit mit Gruppen – Schulklassen und Jugendgruppen – entwickelt worden. Aber auch Einzelbesucher*innen sind willkommen.

Es gibt wohl keine Person, die so symbolisch für die Opfer des Nationalsozialismus steht wie Anne Frank. Ihr ikonischer Status soll näher beleuchtet werden.
Die Ausstellung bietet dazu Hintergrundwissen zu ihrer Biographie, dem Leben im Versteck und ihrem berühmten Tagebuch. Außerdem wird gezeigt, wie das Tagebuch entstand und wie unterschiedlich es verarbeitet und interpretiert wurde.

Anne Franks Tagebuch steht auch dafür, wie nah sich das Private und das Historische, Politisches und Persönliches sind. Der Weg durch das Lernlabor führt die Besucher*innen auch zu anderen jugendlichen Autor*innen, die unter ganz verschiedenen Bedingungen kraftvoll ihre Meinung formuliert haben:
Charlotte L. Fortens Berichte von Rassismus in den USA des 19. Jahrhunderts; die Tagebücher von Ana Novac und Arieh Koretz aus Auschwitz-Birkenau und Bergen-Belsen; Blogs wie von Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai oder Jamie Raines, der von seinem Weg vom "Mädchen" zum "Mann" berichtet.

Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung beginnen immer im Kleinen. Wenn Menschen als "normal" und "abweichend" eingeordnet werden, dann geschieht das oft subtil und ist den meisten nicht bewusst. Die Racist Glasses zeigen, wie schon einfache Porträts von Menschen Assoziationen erwecken, die zu einer rassistischen Abwertung führen. Es soll nachvollzogen werden, woher diese Bilder stammen. Außerdem werden Begriffe wie "Migrationshintergrund" kritisch hinterfragt.

Im Zentrum stehen die lebendige Auseinandersetzung und Diskussion. Die Entscheidungen, Ideen, Meinungen oder Fragen der Besucher*innen werden während des Besuchs in Interaktion gebracht. Optional kann ein Workshop anschließen, der ein für die Gruppe besonders wichtiges Thema behandelt.