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Bildungsmaterialien zur Gemeinwohl-Ökonomie

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Logo Gemeinwohl-Ökonomie. Quelle: ecogood.org
Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein alternatives Wirtschaftsmodell, in welchem Geld und Kapital wieder als Mittel und das Gemeinwohl als Zweck des Wirtschaftens betrachtet werden. Wirtschaftliche Aktivitäten und die rechtlichen Rahmenbedingungen werden deshalb systematisch am Gemeinwohl im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet.
Auf volkswirtschaftlicher Ebene wird das Bruttoinlandsprodukt von einem sogenannten Gemeinwohl-Produkt ergänzt, welches Faktoren für Lebensqualität unmittelbar misst -  vom Zustand der Ökosysteme, über Gerechtigkeit bis hin zu Demokratie und Vertrauen.
Unternehmen erstellen eine Gemeinwohl-Bilanz, welche sehr differenziert bewertet und vergleichbar transparent macht, wie ökologisch, sozial und demokratisch sich Unternehmen verhalten. An dem Ergebnis der Gemeinwohl-Bilanz sollen rechtliche Anreize wie Steuern, Zölle oder öffentliche Aufträge geknüpft werden. Wer Menschen und Umwelt ausbeutet, zahlt höhere Steuern und Zölle, sodass die gesellschaftlichen Kosten in den Preisen mit abgebildet werden. Preisdumping auf Kosten der Gesellschaft lohnt sich nicht mehr, stattdessen wird gesellschaftliche Verantwortung systematisch gefördert.
Diese und weitere Kernvorschläge sollen demokratisch diskutiert und verabschiedet werden. Die Gemeinwohl-Ökonomie ist bereits eine wachsende zivilgesellschaftliche Bewegung in über 40 Ländern mit vielen Tausend Menschen. Mehrere Hundert Unternehmen haben bereits eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt und verfeinern das Instrument laufend weiter. Auch in der Politik ist der Ansatz angekommen: Städte wie Stuttgart und Mannheim haben Kommunalbetriebe bilanzieren lassen und der europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss empfiehlt die GWÖ als Modell einer zukunftsfähigen, ethischen Marktwirtschaft.
 
Bildungsmaterialien zur Gemeinwohl-Ökonomie
Der AK Bildung der Gemeinwohl-Ökonomie hat dazu abwechslungsreiche und spielerische Methoden entwickelt, um sich mit dem Thema zu beschäftigen. Dazu gehört zum Beispiel:
• Planspiel Marktwirtschaft, bei welchem die Teilnehmenden selbst in Rolle von Unternehmen schlüpfen, um Widersprüche zwischen Ethik und Wettbewerbsfähigkeit zu erleben. Auf dieser Grundlage werden die Probleme daran analysiert und Lösungsvorschläge entwickelt. In einer zweiten Planspielphase werden die Lösungsvorschläge der Gemeinwohl-Ökonomie ausprobiert.
• Good-Practice-Beispiele Gemeinwohl-Bilanz, wobei Teilnehmende inspirierende Praxis-Beispiele von gemeinwohl-orientierten Unternehmen nach dem Puzzle-Prinzip in die Gemeinwohl-Bilanz einordnen.
• Rollenspiel vernetzte Wirtschaft, in welchem die vernetzten Zusammenhänge zwischen den Akteur*innen eines Wertschöpfungsprozesses aufgestellt und reflektiert werden – einmal in einer profitorientierten, kapitalistischen Wirtschaft und in einer zweiten Runde nach den Prinzipien und Regeln der Gemeinwohl-Ökonomie.
 
 ...und vieles andere mehr.
Die Methoden und alle Materialien stehen frei zur Verfügung. Zudem bietet der AK Bildung auch Fortbildung für Lehrkräfte und Bildungsreferent*innen an.