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Menschen auf der Flucht – Ausgabe der Zeitschrift Vereinte Nationen

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Die Welt ist in Bewegung: Gegenwärtig befinden sich laut den Vereinten Nationen weltweit über 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Das entspricht einem Anstieg von über 200 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000. Diese Menschen sind aufgrund gewaltsamer Konflikte oder Naturkatastrophen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und auf die Hilfe der internationalen Staatengemeinschaft angewiesen. Gestiegen ist auch die Anzahl derer, die als Migrantinnen und Migranten aus wirtschaftlichen Gründen ihr Heimatland verlassen. Rund 244 Millionen Menschen, über 40 Prozent mehr als im Jahr 2000, erhoffen sich andernorts ein besseres Leben.

Während unkontrollierte Flucht ein Zeichen von Konflikten darstellt, kann geregelte Migration zum globalen Wohlstand beitragen. Gleichzeitig ist es jedoch wichtig, dass die Menschen sicher und legal eine neue Heimat finden. Welche Antworten die Vereinten Nationen auf die Flucht und Migration von Menschen finden, untersuchen die Autorinnen und Autoren in dieser Ausgabe.

Anne Koch zieht ein Jahr nach den New Yorker Gipfeltreffen zu Flucht und Migration eine erste Bilanz. Sie betrachtet es als Chance für die internationale Zusammenarbeit, dass die Staatengemeinschaft derzeit intensiv an der Ausarbeitung eines globalen Flüchtlings- und Migrationspakts für das Jahr 2018 arbeitet. Das Ziel ist es, die weltweiten Wanderungsbewegungen unter den Mitgliedstaaten besser regeln zu können.

Welchen Beitrag Deutschland dabei leisten sollte, beantwortet der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Hans-Joachim Fuchtel in der Rubrik »Drei Fragen an…«. Die gegenwärtigen Verhandlungen über einen Flüchtlings- und Migrationspakt ziehen auch Reformen der Vereinten Nationen nach sich: So ist die Internationale Organisation für Migration (IOM) im Jahr 2016 Teil des UN-Systems geworden. Interessant ist, dass die Organisation im Gegensatz zum Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) nicht an eine bestimmte internationale Konvention gebunden ist. Dies bringe gewisse Probleme mit sich, stellt Martin Geiger fest.