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EU-Agrarsuventionen und die Exporte von Lebensmitteln

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Innerhalb eines Jahres haben die deutschen Fleischexportbetriebe ihren Export nach Afrika erneut mehr als verdoppelt. Waren es 2011 bereits über 20 Millionen Kilo Hähnchen aus Deutschland, die afrikanische Märkte überschwemmten, sind es 2012 schon 42 Millionen Kilo. Damit kommen laut der neusten Zahlen des Europäischem Statistikamts EUSTAT zehn Prozent aller EU-Geflügelexporte nach Afrika aus Deutschland.

Afrika ist außerdem zum wichtigsten Exportmarkt für europäische Geflügelfleischreste geworden, noch vor den bisherigen Spitzenreitern Saudi Arabien, Russland und China.

„Deutsches und EU-Fleisch verdrängt auf immer neuen Märkten die einheimischen Tierhalter und beraubt besonders Kleinbäuerinnen in Afrika zusätzlicher Einnahmen aus dem Geflügelverkauf“, so Francisco Mari, Agrarhandelsexperte bei Brot für die Welt.

„Nicht nur die Unmengen an gefrorenen Fleischstücken haben in Ländern wie Ghana oder Kongo einheimische Produzenten verdrängt. Mit Importpreisen von ca. 80 Eurocent pro Kilo können sie nicht konkurrieren. Diese Preise sind unfair und verbotenes Dumping. Die gleichen Fleischteile kosten in Deutschland trotz aller Fleischrabattschlachten mindestens drei Euro.“