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The Winner Takes It All?! – Methoden für die politische Bildung zu sozialer Ungleichheit

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The Winner Takes It All?! – Methoden für die politische Bildung zu sozialer Ungleichheit. Bildquelle: epiz-berlin.de

Die 42 reichsten Menschen der Welt besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – knapp 4 Milliarden Menschen. Und wie ist es in Deutschland? Auch hier nimmt Ungleichheit zu – in vielen Städten wird Wohnraum zunehmend zu einem Luxus, den sich nur noch Reiche leisten können. Aber wie kann Bildungsarbeit zum Thema soziale Ungleichheit aussehen? Wie  kann die Geschichte und Gegenwart von Ungleichheit in Deutschland und global didaktisch so aufbereitet werden, dass es interessant, verständlich und auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand ist?

Das Bildungsmaterial „The Winner Takes It All?“ von EPIZ Berlin e.V. bietet einen Beitrag zu diesen Fragen. In dem Material werden neue Methoden zum Thema soziale Ungleichheit für Jugendliche und junge Erwachsene vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf Methoden, die die Teilnehmer*innen aktivieren.

Bei der Erstellung des Bildungsmaterials wurden drei der 17 Ziele der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ (Sustainable Development Goals – SDGs) der Vereinten Nationen besonders berücksichtigt: Ziel 1 (Armut in jeder Form und überall beenden), Ziel 8 (Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirt-schaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern) und Ziel 10 (Soziale Ungleichheiten innerhalb und zwischen Staaten verringern) dienten als Grundlage für die Auswahl und Erarbeitung der einzelnen Methoden und Erläuterungstexte.

Der Inhalt des Heftes teilt sich in zwei Module. Das erste Modul beschäftigt sich mit Kolonialismus als vergessene Wurzel von Europas Reichtum. In diesem Modul schaffen verschiedene Methoden einen Einstieg zu den Fragen, was Kolonialismus ist, welche Auswirkungen er bis heute (nicht nur) auf globale Ungleichheit hat und wie Europa heute mit seiner Kolonialgeschichte umgehen sollte.

Das zweite Modul beschäftigt sich mit Ungleichheit im Kapitalismus: Wie entsteht im heute weltweit dominanten Wirtschaftsystem Ungleichheit, warum ist die Ungleichheit in Deutschland in den letzten Jahrzehnten größer geworden, welche Folgen hat Ungleichheit und welche Gegenstrategien gibt es?

Die Methoden wurden im Rahmen der Bildungsarbeit in Freiwilligendiensten (z.B. Freies Soziales Jahr, Bundesfreiwilligendienst) entwickelt und mehrfach praktisch erprobt. Sie eignen sich neben der außerschulischen Bildungsarbeit aber auch für den Schulunterricht und wurden bereits in der 9. und 11. Klasse erfolgreich eingesetzt.

Das Bildungsmaterial wurde im Rahmen eines gemeinsamen Projektes von AWO International, dem Bundesjugendwerk der AWO,  Brot für die Welt und EPIZ entwickelt.