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Gold ohne Glanz? Eine multimediale Ausstellung

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Gold ohne Glanz? Eine multimediale Ausstellung. Quelle: www.ujuzi.media

Die ausleihbare Ausstellung von Ujuzi Medie im Auftrag vom Verein fü sozial-ökologischen Wandel bietet den Besucher*innen Fakten und Fotos über die Zustände im informellen Goldabbau. Mit dem Handlungswillen, diese Zustände verändern zu wollen, gelangen die Besucher*innen in den letzten Raum der Ausstellung und finden hier Handlungsalternativen: Recycling oder Fairtrade Gold für den Ehering oder auch für das nächste Smartphone, Forderungen einer transparenten Lieferkette, Konsumeinschränkung, Gold als Wertanlage?

Rund 15 Millionen Menschen arbeiten heute über den ganzen Globus verteilt in rudimentären Goldminen, darunter 4.5 Millionen Frauen und 600.000 Kinder. Einfünftel der jährlichen Goldproduktion geht auf ihr Konto. Und 80 % des weltweit geförderten Goldes werden von der Schmuckindustrie konsumiert. Wenig andere Modeerscheinungen können auf eine derart lange und globale Leidensgeschichte zurückblicken. In fast allen Gesellschaften seit Menschheitsgedenken nimmt Gold einen besonderen Platz ein, stets ist es Symbol für Reichtum, Schönheit und Macht. Die Pharaonen schmückten damit ihre Tempel, wir unsere Eheringe, den Oscar und den FIFA Pokal.

Den dunklen Minenschacht, der mit Geräuschen und Videosequenzen aus Ostafrika zeigt, welch harte Arbeit unter Tage die Menschen leisten um wenige Gramm Gold zu Tage zu fördern durchlaufen, erreichen die Ausstellungs-Besucher*innen einen wüstenartigen Sandplatz über Tage. Sie erleben in Videosequenzen, wie hier von Frauen und Kindern die Steine mit einfachen Hämmern zerschlagen und anschließend mit Quecksilber das Gold aus dem Gesteinsstaub gewaschen wird.

Jährlich werden weltweit schätzungsweise 727t Quecksilber durch Goldabbau in informellen Minen freigesetzt, was die Goldproduktion zu dem größten Quecksilberumweltsünder noch weit vor der Kohleverstromung mit 474t macht. Das Gift gelangt in die Böden, in das Grundwasser und in die Pflanzenwelt. Es findet sich im Blut der Tiere, Arbeiter und Menschen, die in den Minenregionen leben. Die Frauen stillen ihre Kinder direkt an ihren Arbeitsplätzen, an denen sie ohne Schutzausrüstung mit der giftigen Chemikalie hantieren.

Mitgebrachte Requisiten von den Goldminen aus Ostafrika, stimmungsvolle Beleuchtung, beeindruckende und hoch qualitative Videoaufnahmen mit Interviews von Arbeiter*innen und Betroffenen machen die Ausstellung erlebbar.

Die multimediale Ausstellung kann für mehrtägige Veranstaltungen angefragt werden. Darüber hinaus können Vorträge zum Thema Goldabbau in Ostafrika und Chancen der Veränderungen durch Zertifizierungen wie Fairtrade gebucht werden.