Ausstellung: Grenzerfahrungen – Wie Europa gegen Schutzsuchende aufrüstet

Ausstellung: Grenzerfahrungen - Wie Europa gegen Schutzsuchende aufrüstet. Quelle: www.grenz-erfahrungen.de

Die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten arbeiten seit Jahren darauf hin, den Zugang zum Recht auf Asyl insbesondere an den EU-Außengrenzen faktisch abzuschaffen. Dieses bittere Fazit muss genau in dem Jahr gezogen werden, in dem die Genfer Flüchtlingskonvention 70 wird.

Aktuell sind mehr Menschen auf der Flucht als jemals nach dem Zweiten Weltkrieg. Die meisten von ihnen bleiben in ihrer Region – entweder als Binnenvertriebene im eigenen Land oder in den Nachbarstaaten. Nur ein kleiner Teil kommt nach Europa, oft auf lebensgefährlichen Fluchtwegen.

Die Ausstellung „Grenzerfahrungen“ gibt ein Bild davon, wie weit sich die EU bei der Flüchtlingsabwehr mittlerweile von ihren eigenen menschenrechtlichen Grundsätzen entfernt hat. Die Zusammenarbeit mit Diktaturen und autokratischen Regimes zur Migrationssteuerung, die Militarisierung der Außengrenzen mittels enormer Investitionen in Überwachungs- und Befestigungssysteme, Elendslager wie der berüchtigte Hotspot Moria auf Lesbos, Planungen zur massenhaften Inhaftierung Asylsuchender – all dies ist europäische Realpolitik.

Die Ausstellung ist auf 16 A1-Plakaten in verschiedene Themenbereiche gegliedert: Fluchtursachen, Externalisierung und Flüchtlingsabwehr, Abkommen mit afrikanischen Staaten, Abschottung und Aufrüstung, Grenzen zu Land, See und virtuell, Push- und Pullbacks sowie New Pact on Migration and Asylum. 

Im Rahmen der Ausstellung wurden außerdem viele Begleitmaterialien erstellt, die auf der Website kostenlos heruntergeladen oder in Print bestellt werden können. Die Ausstellung selbst kann im Ständersystem in Hamburg, Dresden, Münster, Freiburg und Frankfurt kostenlos ausgeliehen werden. Die jeweiligen Ansprechpartnerinnen und -partner können den Informationen auf der Website entnommen werden. Die Plakate ohne Aufsteller können für 20 Euro erworben werden.

Die Ausstellung ist von PRO ASYL, der katholischen Friedensbewegung pax christi und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) erstellt worden.