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Ungehört und Unsichtbar: Koloniale Spuren in Thüringen

Ungehört und Unsichtbar: Koloniale Spuren in Thüringen

Datum: 
16.05.2019
Ort: 
Stadtmuseum Camburg
Dornburg-Camburg
Deutschland
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Dass Deutschland in Afrika einmal Kolonien besaß und sogar ein geschlossenes mittelafrikanisches Kolonialreich angestrebt hat, ist im öffentlichen Bewusstsein wenig präsent. Seit einigen Jahren jedoch wird die koloniale Vergangenheit des deutschen Kaiserreiches thematisiert. Eine intensive sowie kritische Auseinandersetzung mit diesem Teil der Geschichte fehlt allerdings. Welche kolonialen Spuren gibt es heute noch im öffentlichen Raum in Thüringen? Bei einer Podiumsdiskussion des Eine Welt Netzwerks Thüringen e.V. in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Thüringen werden zwei Expertinnen interaktiv auf diese Spurensuche gehen und über ihre Bedeutung in der Gegenwart sprechen.

Kolonialhistorische Spuren sind im Alltag auch in Thüringen in Form von Straßennamen, Gebäuden oder im Sprachgebrauch gegenwärtig. Museale Sammlungen wurden durch Kunst- und Alltagsgegenstände aus den Kolonien erweitert. Selbst in den ländlichen Regionen waren die Produkte der Kolonialwarenläden fester Bestandteil des Konsumalltags. Dies sind sichtbare Spuren, die von der Vergangenheit in die Gegenwart weisen. Unzählige andere sind weniger sichtbar. Das koloniale Erbe zieht sich in Deutschland sowie in Thüringen bis heute durch gesellschaftliche Strukturen und Institutionen und äußert sich in Vorstellungen und Umgangsweisen.

Die Expertinnen sind: Dr. Juliane Stückrad (arbeitet selbstständig in den Bereichen Forschung, Lehre und Wissenschaftskommunikation. Forschungsschwerpunkte sind : Kulturen ländlicher Räume, Transformation in Ostdeutschland, Volkskundliche Religionsforschung, Ethnographische Methoden und Theaterethnologie) und Dr. Juhi Tyagi (arbeitet bei dem Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien. Forschungsschwerpunkte sind : soziale Bewegungen, Aufstand, komplexe Organisationen, Gender, Wirtschaftssoziologie und Entwicklung).

Die Podiumsdiskussion ist Teil einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe, „Gerechte Globalisierung? Globale Abhängigkeiten Vs. Solidarische Wirtschaft“ der Rosa Luxemburg Stiftung Thüringen, des Eine Welt Netzwerks Thüringen. Der Kooperationspartner vor Ort ist das Stadtmuseum Camburg.