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UN-Klimagipfel: Über 150 Organisationen fordern Schuldenerleichterungen für Länder, die Klima-Katastrophen erleiden

UN-Klimagipfel: Über 150 Organisationen fordern Schuldenerleichterungen für Länder, die Klima-Katastrophen erleiden

29.11.2019
Quelle: 
erlassjahr.de
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Im Vorfeld des 25. UN-Klimagipfels fordern über 150 Organisationen die Schaffung eines wirksamen Finanzierungsmechanismus zum Umgang mit den durch den Klimawandel verursachten Schäden und Verlusten in armen Ländern. Dazu gehört auch das Aussetzen des Schuldendiensts und die Reduzierung der Verschuldung auf ein tragfähiges Maß.

Beim UN-Klimagipfel vom 2. bis 13. Dezember im Madrid steht die Überprüfung des 2013 geschaffenen Warsaw International Mechanism for Loss and Damage (WIM) auf der Tagesordnung. Dieser soll finanzielle Mittel für Länder bereitstellen, die Opfer der durch den Klimawandel immer häufiger und heftiger werdenden Naturkatastrophen werden – doch dieser Aufgabe wird er bis heute nicht gerecht.
Durch den menschengemachten Klimawandel kommt es Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge im Schnitt jede Woche zu einer Katastrophe. Die dadurch entstehenden Kosten werden bis 2030 auf mindestens 300 Milliarden US-Dollar pro Jahr ansteigen.

Jürgen Kaiser, Politischer Koordinator des deutschen Entschuldungsbündnisses erlassjahr.de: „Wenn Staaten durch Naturkatastrophen Schäden und Verlusten erleiden, brauchen sie schnell finanzielle Mittel für Nothilfe und Wiederaufbau. Kommt diese als Kredit, laufen sie Gefahr in eine Schuldenfalle zu geraten. Um das zu verhindern, muss der WIM die Option schaffen, dass betroffene Länder ihren Schuldendienst aussetzen können und die Verschuldung auf ein tragfähiges Maß reduziert wird. Doch reiche Länder wie Deutschland, die USA und Großbritannien, die Verursacher des Klimawandels, boykottieren die Schaffung solcher Verfahren seit Jahren. Damit muss jetzt Schluss sein!“
Zu den Unterzeichnern des offenen Briefs an die UN-Klimakonferenz gehören neben erlassjahr.de über 150 nationale und internationale Klimagruppen, Schuldennetzwerken und Gewerkschaften aus 38 Ländern sowie die Autorin und Klimaaktivistin Naomi Klein.
 
Das deutsche Entschuldungsbündnis „erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung e. V.“ setzt sich dafür ein, dass den Lebensbedingungen von Menschen in verschuldeten Ländern mehr Bedeutung beigemessen wird als der Rückzahlung von Staatsschulden. erlassjahr.de wird von derzeit über 600 Organisationen aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft bundesweit getragen und ist eingebunden in ein weltweites Netzwerk nationaler und regionaler Entschuldungsinitiativen.