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Soziale Gerechtigkeit nicht der AFD überlassen

Soziale Gerechtigkeit nicht der AFD überlassen

12.09.2016
Quelle: 
Stiftung Nord-Süd-Brücken
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Das Wahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern fordert die Zivilgesellschaft heraus

Nach den Landtagswahlen vom letzten Wochenende fordern das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern und die Stiftung Nord-Süd-Brücken alle demokratischen Kräfte dazu auf, das Thema der sozialen Gerechtigkeit ganz oben auf die Agenda zu setzen. Sie appellieren an Bund und Land, die Anstrengungen der Zivilgesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern politisch und finanziell noch stärker zu unterstützen. In Zukunft müssen mehr Anstrengungen unternommen werden, um dieses Viertel der Wähler/-innen zurückzuholen in eine weltoffene, demokratische Gesellschaft. „Die Erfolge der AFD fordern uns als Zivilgesellschaft in mehrerlei Hinsicht heraus.“, bilanziert Andrea Krönert, Koordinatorin des Eine-Welt-Landesnetzwerk MV. „In einigen Wahlkreisen haben mehr als 30 Prozent rechts oder rechtsextrem gewählt. Der Wind wird hier definitiv rauer für unsere weltoffene Bildungsarbeit.“ „Mit dem Wahlergebnis sind viele demokratische und verantwortlich handelnde Ansprechpartner/-innen aus der Politik weggebrochen“, sagt Thomas Schmidt vom Greifswalder Kultur- und Initiativenhaus, Mitglied im Landesnetzwerk und von der Stiftung Nord-Süd-Brücken geförderter Eine-Welt-Promotor in der Region Greifswald- Vorpommern. „Soziale Gerechtigkeit ist das Kernthema unserer Arbeit“, so Schmidt weiter. „Wir richten den Blick auf Ungerechtigkeiten im Welthandel, Einkommensdisparitäten und ungleichen Bildungschancen. Wir müssen dabei stärker berücksichtigen, dass auch bei uns im Norden Menschen und Regionen wirtschaftlich und sozial abgehängt werden.“ Für Walter Hättig, Geschäftsführer der Stiftung Nord-Süd-Brücken, bedeutet dies auch, „dass wir als Geldgeber verstärkt darüber nachdenken müssen, ob die geförderten Bildungsmaßnahmen des Globalen Lernens nicht mehr und auch andere Zielgruppen erreichen müssen.“ Entwicklungspolitische und zivilgesellschaftliche Organisationen wie z.B. das Ökohaus Rostock, der Verein Soziale Bildung oder das Greifswalder Kultur- und Initiativenhaus arbeiten zu sozialer und weltweiter Gerechtigkeit, Herausforderungen der Globalisierung und einer inklusiven, weltoffenen Gesellschaft. Das Eine-Welt- Landesnetzwerk MV koordiniert in MV ein Bund-Länder-finanziertes Promotor/-innenprogramm, in dessen Rahmen sechs Promotor/-innen zu oben genannten Themen in Schulen, Jugendclubs und Gemeinden bilden und zum Engagement motivieren. Die ostdeutsche Stiftung Nord-Süd-Brücken hat erst vor wenigen Monaten ein vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziertes Inlandsprogramm „Weltoffen, solidarisch, dialogisch“ (WSD) aufgelegt, bei dem Träger wie der Projekthof Karnitz (Neukalen) und der Kreisjugendring Mecklenburgische Seenplatte über die Chancen einer nachhaltigen Gesellschaft und der Aufnahme von Geflüchteten informieren.