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20 Jahre Eine Bühne für die Jugend der Welt: Mit Kultur zu globaler Gerechtigkeit

20 Jahre Eine Bühne für die Jugend der Welt: Mit Kultur zu globaler Gerechtigkeit

15.08.2019
Quelle: 
Büro für Kultur- und Medienprojekte gGmbH
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20 Karawanen, 1000 Akteure, 4300 Aufführungen und Workshops – das ist die stolze Bilanz der KinderKulturKarawane, die in diesem Sommer ihr 20-jähriges Jubiläum feiert. Die erste Karawane startete mit dem rumänischen Straßenkinderprojekt „Zirk Parada“ beim Bremer Straßenkunstfestival – mit diesem Auftritt schlug die Geburtsstunde einer einzigartigen Erfolgsgeschichte: Das mehrfach ausgezeichnete Projekt ermöglicht es Kindern und Jugendlichen aus Ländern des globalen Südens, mit Akrobatik, Tanz, Theater und Musik das Publikum in Deutschland und Europa zu begeistern. Viele der teilnehmenden Jugendlichen stammen aus benachteiligten Verhältnissen. „Wir wollen den Beifall des Publikums nicht wegen unseres schweren Schicksals, sondern für unsere hohe künstlerische Leistung auf der Bühne“, sagte ein Projektleiter aus Südafrika dazu.

Ab Mitte August werden bei der Jubiläumskarawane sechs der dann insgesamt 120 Gruppen dabei sein. Junge Talente aus Kenia und Uganda starten die 20. KinderKulturKarawane bei einem Zirkusfestival in Lübeck und an Hamburger Schulen, an denen sie künstlerisch zum Thema Klimagerechtigkeit aktiv werden. Außerdem sind Gruppen aus Brasilien, Indien, Palästina und Uganda dabei und werden auf den Bühnen in Europa von ihren Fragen, Ängsten und Hoffnungen erzählen, die bei den Gleichaltrigen in den Gastgeberländern oft sehr ähnlich sind.

Einige der jungen Menschen aus den Partnerprojekten der KinderKulturKarawane haben zum Beispiel auf der Straße gelebt, müssen arbeiten, erleben Gewalt oder wachsen in Drogenmilieus auf. Ralf Classen, einer der Gründer und künstlerischer Leiter des Projekts ist immer wieder begeistert, dass die Jugendlichen so über sich hinauswachsen können. „Es ist unglaublich, wie diese jungen Menschen durch ihre Kreativität, Kunst und Kultur ihr Selbstwertgefühl wiedergewinnen und sogar in der Lage sind, Zukunftsperspektiven daraus zu entwickeln. Einige von ihnen, die bei früheren Karawanen dabei waren, haben heute ihre eigenen Projekte aufgebaut, die dann wieder bei der KinderKulturKarawane mitmachen“, freut sich Classen.

Die Frage nach der globalen Gerechtigkeit hat die KinderKulturKarawane von Beginn an geprägt. Deshalb hat sich das Hamburger Büro für Kultur- und Medienprojekte zur Aufgabe gemacht, benachteiligten jungen Menschen sowohl einen Freiraum als auch eine Bühne zu geben, die sie selbstbestimmt, gemeinsam und kreativ nutzen können. „Je größer der Freiraum, umso größer der Erfolg“, sagt Classen, „es ist immer wieder schön zu sehen, wie die Begegnungen der Kinder und Jugendlichen interkulturelle und soziale Kompetenz fördern, auch Lehrerinnen und Lehrer sind davon beeindruckt.“ Wirksame Kulturarbeit lässt sich eben doch belegen. Auch durch Zahlen: Seit dem Start vor 20 Jahren konnte die KinderKulturKarawane ihre Partnerprojekte im Globalen Süden mit über 850.000 Euro unterstützen.

Das Büro für Kultur- und Medienprojekte ist eine gemeinnützige GmbH, die seit 1992 Kulturaustauschprojekte mit Globalem Lernen verbindet. Für die KinderKulturKarawane hat das Büro einen kulturellen Peer-to-Peer-Ansatz entwickelt.