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Klimaschutz und Kleidungskonsum: Wenig Wissen bei Jugendlichen vorhanden

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Photo by Becca McHaffie on Unsplash

Für die Generation der 14 bis 17-Jährigen sind Klima- und Umweltschutz wichtige Themen und sie sind bereit, ihren Alltag nachhaltig zu gestalten. Beim Modekonsum kennt diese Bereitschaft allerdings Grenzen. Zu wichtig ist das Bedürfnis, sich über Kleidung auszudrücken. Zudem sind ihnen die Zusammenhänge zwischen Kleidungskonsum und CO2-Emmissionen kaum bekannt. Das sind zentrale Ergebnisse einer qualitativen Fokusgruppenbefragung, die das Marktforschungsinstitut SKOPOS im Auftrag der LizzyNet gGmbH durchgeführt hat. Die Tiefeninterviews sind ein Bestandteil des Bildungsprojekts „Klima&Klamotten“, das im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert wird.

Mode und der Einkauf von Kleidung spielen im Leben von Jugendlichen eine große Rolle- unabhängig von Geschlecht und Alter. Als Inspirationsquelle für den Modekonsum dient vor allem das eigene Umfeld, aber auch Influencer*innen und Werbung.
Kleidung ist für sie sowohl Symbol des eigenen Stils als auch ein Ausdruck der Gruppenzugehörigkeit. Für viele ist der Einkauf neuer Kleidungsstücke außerdem eine beliebte Freizeitbeschäftigung, der sie mehrmals im Monat nachgehen. Dabei sollte ein Basic-T-Shirt möglichst wenig kosten.

Obwohl „Fast Fashion“ ein geläufiger Begriff für Jugendliche ist, verbinden sie das Thema eher mit menschenverachtenden Produktionsbedingungen – insbesondere Kinderarbeit. Über Umwelt- und Klimaaspekte wissen sie dagegen sehr wenig. Auch die Materialien und Herkunftsorte ihrer Kleidung kennen sie häufig nicht, Umweltsiegel für Kleidung sind nahezu unbekannt.

Nachhaltige Mode hat das Image, sehr teuer zu sein und nachhaltige Labels sind in der Altersgruppe deutlich weniger präsent als bekannte Marken. Second Hand Läden werden häufig mit wenig ansprechender Präsentation verbunden. Second Hand im Gewand von Vintage liegt jedoch bei Jugendlichen im Trend.

Obwohl sie sich bisher wenig mit Alternativen zu Fast Fashion beschäftigt haben, wünschen sich die Jugendlichen mehr Informationen in Schule und Social Media über die Klimaauswirkungen von Kleidungskonsum, Nutzung und Entsorgung. Diese sollen aber vor allem Lösungsstrategien aufzeigen und kein schlechtes Gewissen machen.

Mit diesen Erkenntnissen startet das Jugendbildungs-Projekt „Klima&Klamotten“ in seine dreijährige Projektarbeit. In Bildungsworkshops an Schulen wird Wissen über die Klimaauswirkungen der Kleidung entlang der Lieferkette, über den Kauf, den Gebrauch und die Entsorgung vermittelt. In Jugend-Redaktionsgruppen entwickeln die Jugendlichen selbst Crossmedia-Kampagnen, um andere Jugendliche zu informieren und zum aktiven Handeln anzuregen.

Das Projekt wird von der LizzyNet gGmbH in Zusammenarbeit mit FEMNET e.V. durchgeführt. SKOPOS hat im Rahmen des Projektes vier Gruppendiskussionen mit Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren moderiert und ausgewertet.

LizzyNet ist ein Onlinemagazin für Jugendliche. FEMNET e.V. ist ein gemeinnütziger Frauenrechtsverein, der sich für faire Arbeitsbedingungen von Frauen und Mädchen in der globalen Bekleidungsindustrie einsetzt.