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Zukunft einkaufen - ökofaire Beschaffung in Kirchen

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Das ökumenische Gemeinschaftsprogramm "Zukunft einkaufen" hat sich seit seinem Beginn im Jahre 2008 zu einem etablierten Standard im Bereich der ökofairen Beschaffung der Kirchen entwickelt. Das Projekt wurde bis Mitte 2013 von der Deutschen Bundesstiftung Um-welt (DBU) gefördert. Als Beratungs- und Netzwerkstelle unterstützt "Zukunft einkaufen" bundesweit alle kirchliche Organisationen, Gemeinden und Einrichtungen von Diakonie und Caritas, ihren Einkauf auf nachhaltige Produkte und Dienstleistungen umzustellen.

In Beratungen, Fachtagungen, Workshops und Netzwerkarbeit hat "Zukunft einkaufen" in den letzten Jahren mit unterschiedlichen Zielgruppen an beschaffungsrelevanten Fragestellungen gearbeitet. Dazu gehören unter anderem die Bereiche Büroverbrauchsmaterialien, umweltschonende Reinigung, Grüne IT, Großküchen und Verpflegung, Holzprodukte, Natursteine, Mobilität, Energie, Beleuchtung und Kerzen, sowie generelle Verbrauchsreduzierung, ethisches Investment und fairer Handel.

Die Grundlage von "Zukunft einkaufen" ist ein systematisches Beschaffungsmanagement, welches die Umsetzung des Programms in den gemeindlichen oder betrieblichen Alltag begleitet. Arbeitshilfen, Checklisten und Leitfäden stehen zur Verfügung, um die Einführung eines nachhaltigen Beschaffungsmanagements zu erleichtern. Die Systematik wurde aus dem Zertifizierungsverfahren des Umweltmanagements EMAS entwickelt und für kirchliche Anwender nutzbar gemacht. Dieses Beschaffungsmanagement enthält fünf Stufen, die von der Bestandsaufnahme, über die Beschaffungsordnung und Maßnahmenplanung bis hin zur Zertifizierung alle klassischen Schritte eines Managementsystems enthalten. "Zukunft einkaufen" bietet als einzige Stelle in Deutschland dieses Zertifizierungsverfahren für ökologische und faire Beschaffung an.

Die übergeordnete Zielsetzung von "Zukunft einkaufen" besteht darin, die Marktmacht der Kirchen in Deutschland bewusst zu machen und für Veränderungen zu nutzen. Kirchen und kirchliche Einrichtungen sind zusammen der zweitgrößte Beschaffer, nach der öffentlichen Hand. Hier liegt ein enormes Potential, um die Entwicklung nachhaltiger Produkte einzufordern und ökofaire Beschaffungsverfahren in Kirchen zu standardisieren. 100 % recyceltes Papier, sparsame Beleuchtungssysteme, Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen, umwelt- und gesundheitsschonende Reinigungsmittel, Säfte aus regionalem und ökologischem Anbau, Schokolade, Kaffee und Tee aus dem Fairen Handel: im konkreten Kirchenalltag kann durch viele kleine Entscheidungen eine weitreichende Umstellung der ökonomischen Praxis bewirkt werden.

Aus einzelnen Aktivitäten in Kirche und Zivilgesellschaft entsteht zunehmend eine Vernetzung der Akteure und ein flächendeckendes Handeln. Viele Landeskirchen haben Maßnahmen zur Umsetzung eines glaubwürdigen Wirtschaftens in ihre Klimaschutzkonzepte aufgenommen und entsprechende Personalstellen eingerichtet. Für "Zukunft einkaufen" ist diese Vernetzung zu einer wichtigen Aufgabenstellung geworden: "In unseren Netzwerken arbeiten wir an der Etablierung von nachhaltigen Konsum– und Einkaufsstrukturen und entwickeln aktuell eine bundesweite Akteurs-Datenbank“ (www.kirche-nachhaltig.de).