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zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Newsletter Januar 2018: Globale Arbeitsbedingungen

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Liebe Leserinnen und Leser,

die wachsende Ungleichheit weltweit ist eine der drängendsten Fragen unserer Zeit. Auf die Frage, wie wir Gerechtigkeit und ein würdiges Leben für alle voranbringen können, ist die Forderung nach würdiger Arbeit, nach gerechten Löhnen und Arbeitsbedingungen - innerhalb unserer Betriebe, unserer Gesellschaften, als auch weltweit - elementar! Wer ein lebenswertes Einkommen und gute Arbeitsbedingungen hat, kann seine Familie ernähren, seine Kinder zur Schule schicken, ggf. seine Eltern mitversorgen und als mündiger Bürger am politischen und gesellschaftlichen Leben teilhaben. Dabei sollte es egal sein, ob das Einkommen im globalen Norden oder im globalen Süden erwirtschaftet wird und die Gesetzeslage in einigen Ländern schlechtere Arbeitsbedingungen zulässt.

Von Zeit zu Zeit erfahren wir hier - dank der Arbeit von Gewerkschaften und NGOs weltweit - von brennenden Fabriken in Bangladesch, Vertreibungen zur Landnahme, Kinderarbeit auf Kakaoplantagen oder auch moderner Sklaverei in deutschen Fleischfabriken. Wer meint, damit hätten wir in Deutschland nichts zu tun, irrt: 80% aller Waren in Deutschland werden inzwischen in globalen Prozessen vorgefertigt oder produziert. Diese Skandale helfen in der politischen Bildung Strukturen einer globalisierten Wirtschaft greifbar zu machen: Investitionen werden dort getätigt, wo der meiste Gewinn erwartet wird. So ziehen ganze Branchen oftmals den niedrigsten Kosten für Löhne, soziale Sicherung oder Umweltschutzauflagen hinterher. Während Konzerne vor internationalen Schiedsgerichten gegen Staaten klagen können, sind Arbeitsrechte und Gewerkschaftsfreiheit international noch immer nicht sanktionierbar.

Die internationale Solidarität ist schon mehr als 100 Jahre eine Grundlage der Arbeiter/-innenbewegung. Das Nord-Süd-Netz des DGB-Bildungswerks stärkt mit seiner Arbeit lokale Gewerkschaften und Arbeitnehmer/-innenvertretungen im globalen Süden und fördert den regionalen und internationalen Austausch. Wir pochen auf die Einhaltung bestehender internationaler Übereinkommen im globalen Süden, aber auch bei multinationalen Unternehmen und Regierungen des globalen Nordens.

In diesem Zusammenhang ist auch die entwicklungspolitische Bildung und das Globale Lernen grundlegend für die Vermittlung zwischen Nord und Süd, um Zusammenhänge zu verstehen und zu vermitteln. Damit wir uns nicht nur als verantwortliche Konsument/-innen, sondern auch als kritische Bürger/-innen verstehen, die sich dafür einsetzen, die politischen Rahmenbedingungen der Globalisierung lokal, national, regional und weltweit mit zu formen.

Eine Auswahl an Materialien, Multimediaangeboten und Aktionen zur Beschäftigung mit globalen Arbeitsbedingungen in Schule und Bildungsarbeit stellt dieser Newsletter vor. Weiterhin gibt es Hinweise auf Broschüren, Studien und Ratgeber zum Thema sowie Veranstaltungstipps. Anregende Lektüre!

Sonja Gündüz
Projektleitung Globales Lernen für Arbeitnehmende
Nord-Süd-Netz / DGB Bildungswerk BUND
EWIK-Mitglied