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zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Newsletter April 2018: Theorie und Praxis Globalen Lernens – Ziele und Kompetenzen

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Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Die Wahrnehmung von konfliktreichen Herausforderungen, die unsere Gegenwart und Zukunft bestimmen, hat zugenommen – ebenso wie das Bewusstsein, dass es einer gesellschaftlichen Transformation bedarf, um eine nachhaltige Entwicklung zu gestalten. Eigenverantwortliches Lernen ist dafür eine grundlegende Voraussetzung.

Das war in nahezu drei Jahrzehnten einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) nie so deutlich wie heute. Die Frage allerdings, ob Bildung durch geförderte Kompetenzen den epochalen Wettlauf mit einer sich verselbständigenden Entwicklungsdynamik gewinnen wird, bleibt offen. Mit Ungewissheit umgehen können und kritisch denken sind daher zentrale Kompetenzen einer konstruktivistisch geprägten Theorie der BNE und des in sie eingebetteten Globalen Lernens.

Theorie und Praxis haben sich im Globalen Lernen stets um eine fruchtbare Streitkultur bemüht, die auch auf gemeinsamen Veranstaltungen und in Veröffentlichungen zum Ausdruck kommt (siehe z. B. den Sammelband Mit Bildung die Welt verändern? 2017). Noch kann man nicht von einem System wissenschaftlich begründeter Elemente sprechen, obwohl Theoriedefizite zunehmend durch empirische Studien angegangen werden. Konzepte des Globalen Lernens, wie auch der KMK-Orientierungsrahmen Globale Entwicklung (2016), wurden mit fachdidaktischer Unterstützung weitgehend aus der Praxis entwickelt. Kooperationen von auf diesem Gebiet aktiven NRO mit Einrichtungen der formalen Bildung spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die in den letzten Jahren zu beobachtenden Veränderungen im Globalen Lernen stehen im Zusammenhang mit dem beschleunigten Wandel in Umwelt und Gesellschaft und seinen Auswirkungen auf allen Handlungsebenen. Es geht nicht nur um die Verknüpfung von lokalen und globalen Prozessen, sondern um Perspektivenwechsel als Grundhaltung und die Entwicklung eines multiplen Bewusstseins.

Die Ausrichtung auf die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 zeigt, dass die Welt in ihrer Komplexität zum Bildungsgegenstand geworden ist. Das hat Rückwirkungen auf die Vernetzung der Bildungsansätze. Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) umfasst in diesem Verständnis zahlreiche Bildungsansätze mit unterschiedlichen Schwerpunkten, wie Globales Lernen, Global Citizenship Education, Umweltbildung,  Friedens- und Menschenrechtsbildung, Interkulturelle Bildung und andere – sowie kulturelle Bildungsbeiträge zu einer Nachhaltigen Entwicklung.

Das erklärt auch, warum es im Orientierungsrahmen Globale Entwicklung und in seiner durch BMZ und Engagement Global  geförderten Umsetzung und Weiterentwicklung um einen ganzheitlichen Ansatz geht, um  eine Verankerung von BNE in allen schulischen Fächern und unterrichtsergänzenden Aktivitäten. Verbindende Elemente sind dabei eine Handlungsorientierung in den Lernprozessen und die Werteorientierung an einem gestaltungsoffenen Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung. Die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans BNE in den Bundesländern bietet dafür erweiterte Möglichkeiten und Chancen.

Dieser Newsletter stellt eine Auswahl an Publikationen vor, die sich mit den Zielen, Kompetenzen und Wirkungen des Globalen Lernens sowie Fragen der Qualifizierung von Multiplikator/-innen auseinandersetzen. Darüber hinaus liefert er schwerpunktunabhängig aktuelle Meldungen, News vom Blog und Fokus-Rubriken sowie Veranstaltungstipps.

Jörg-Robert Schreiber
Didaktischer Berater Engagement Global