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Vom Freiwilligendienst zum Voluntourismus. Herausforderungen für die verantwortungsvolle Gestaltung eines wachsenden Reisetrends

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Kirchengemeinden, Sportvereine und Jugendgruppen bauen seit vielen Jahren Kontakte und Partnerschaften zu Organisationen und Gruppen in Entwicklungsländern auf, um gegenseitigen Austausch zu ermöglichen. Sie organisieren selbstständig Begegnungsreisen – zum Teil verbunden mit Arbeitsaufenthalten. Das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fördert mit dem weltwärts-Programm seit 2008 Freiwilligeneinsätze von jungen Erwachsenen in sogenannten Schwellen- und Entwicklungsländern.

Zunehmend entdecken auch kommerzielle Veranstalter das mittlerweile lukrative Geschäftsfeld Reisen und "Helfen". Entwicklungspolitisches Lernen durch intensive Vor- und Nachbereitung, effektiver Kindesschutz und Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den lokalen Organisationen sind wichtige Kriterien für wirksame und verantwortungsvolle Freiwilligenarbeit.

Dass diese noch lange kein Standard in der Branche sind, zeigt die aktuelle Studie, die Brot für die Welt - Tourism Watch gemeinsam mit ECPAT Deutschland e.V. und dem Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung (akte) herausgegeben hat. Sie belegt die erheblichen Defizite in Bezug auf Kindesschutz und nachhaltige Entwicklung bei vielen Angeboten und beschreibt die Anforderungen an Reiseveranstalter, wie sie kurzzeitige Freiwilligenangebote verantwortungsvoll gestalten und Risiken insbesondere für Kinder mindern können.