Das zentrale Portal zum Globalen Lernen und
zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

BADEN-WÜRTTEMBERG: Globales Lernen in Schulprofilen (GLSP)

0

Seit Juli 2012 wird an mehreren Schulen in Baden-Württemberg das Projekt „Globales Lernen in Schulprofilen“ (GLSP) durchgeführt. Das Projekt ist ebenso wie das Programm „Bildung trifft Entwicklung“ im Entwicklungspädagogischen Informationszentrum Reutlingen EPiZ angesiedelt.

„GLSP“ ist angelehnt an das bundesweite Comenius-Projekt in Münster, „Globales Lernen in der Schule“ (GliS), welches mit allen am Schulleben beteiligten Akteuren Konzepte für Profilbildungs- und Qualitätsentwicklungsprozesse der Schule aktiv entwerfen möchte. Dabei spielt insbesondere die Kooperation zwischen Schulen, Nichtregierungsorganisationen und bereits vorhandenen Unterstützerstrukturen für Schulen eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit allen Akteuren werden Konzepte und Modelle entworfen, erprobt und evaluiert, die sich an dem Profil „Globale Schule“ orientieren.

Die Referent/-innen von „Bildung trifft Entwicklung“ tragen vor allem zur Umsetzung der von der Schule geplanten Aktivitäten bei. Sie gestalten Unterrichtseinheiten, Projektwochen oder begleiten Seminarkurse zu Themen des Globalen Lernens über ein ganzes Schuljahr hinweg. Die regionale Bildungsstelle von BtE in Baden-Württemberg vermittelt die Referent/-innen, bildet Lehrkräfte fort und unterstützt bei der Entwicklung und Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien.

Finanziert wird „GLSP“ vom Evangelischen Entwicklungsdienst, Engagement Global, dem Katholische Fonds München und dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg.

Wichtige Meilensteine auf dem Weg zur „globalen Schule“ sind:

  • Unterzeichnung von Kooperationsvereinbarungen zwischen den Schulen und dem EPiZ als Grundlage für eine verbindliche Zusammenarbeit im Rahmen des Programms
  • Einrichtung von Arbeitskreisen „Globales Lernen“ mit dem Ziel, den Prozess der Umsetzung von GLSP an den jeweiligen Schulen zu koordinieren und zu begleiten.
  • Ist-Stand-Analysen zur Umsetzung von Globalem Lernen an den Schulen als Ausgangspunkt für weitere Planungsschritte. Dazu wurde im EPiZ eine Mindmap „Globale Schule“ mit begleitendem Wimmelbild entwickelt, die zeigen, wie Globales Lernen und Schulentwicklung systematisch zusammen gedacht, strukturell verankert und praktisch umgesetzt werden können.
  • Einrichtung „Globaler Ecken“ an den Schulen um Globales Lernen für alle in der Schule sichtbar zu machen.
  • Vernetzung der Projektschulen mit dem Ziel von den Erfahrungen der anderen zu lernen, neue Ideen zu diskutieren und gemeinsame Projekte anzustoßen.
  • Bildung von Schultandems zwischen den Schulen, um einen intensiven Austausch innerhalb der Schultandems zwischen den LehrerInnenteams oder beispielsweise einen projektgebundener SchülerInnenaustausch anzuregen.

Es wurde ein eines umfassenderen Konzept entwickelt, das die Schule als Ganzes betrachtet. Guter Unterricht im Sinne des Globalen Lernens, das „Kerngeschäft“ der Schulen, wird hier verknüpft mit weiteren wichtigen Aspekten des Systems Schule, wie z.B.:

  • Schule als Lebensraum, an dem viele Menschen (Schüler/-innen, Lehrkräfte, Schulleitung, Eltern, HausmeisterIn) nicht nur zusammen lernen, sondern Projekte durchführen, Schulfeste feiern und eine erheblichen Teil des Tages zusammen verbringen
  • Schule als Ort, der sozial und ökologisch fair gestaltet ist - Schulessen, Einrichtung, Unterrichtsmaterialien, Schulgarten, Umgang mit Müll, Energieverbrauch usw.
  • Schule in ihren Beziehungen und Partnerschaften zur Umgebung - zur Kommune, den Nachbarschaften und Nichtregierungsorganisationen
  • Schule in ihren internationalen Beziehungen und Bildungspartnerschaften mit Schulen in Ländern des „globalen Südens“

Nur wenn solche Facetten in ihrer Gesamtheit in den Blick genommen werden, entsteht eine weltoffene, „globale Schule“. SchülerInnen können so in ihrer Schulzeit modellhaft alternative Lebenskonzepte erfahren, die ihnen Orientierung für ein erfülltes gutes Leben geben – Orientierung für sich selbst und für eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen.

Weitere Informationen zu dem Projekt erhalten Sie über die Regionale Bildungsstelle Baden-Württemberg im Entwicklungspädagogischen Informationszentrum (EPiZ), Reutlingen.
Auch in Nordrhein-Westfalen ist für 2015 ein vergleichbares Projekt in Planung; Ansprechpartner hier: die Regionale Bildungsstelle im Eine Welt Netz NRW, Münster.