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EWIK-Newsletter Sommerausgabe zum Thema Krieg und Frieden

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Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg. Mahatma Gandhi

Liebe Leserinnen und Leser,

unter Frieden verstehen wir nicht nur die Abwesenheit von Krieg. (Positiver) Frieden umfasst vielmehr Verhältnisse, in denen sowohl personelle Gewalt wie auch strukturelle und kulturelle Gewalt ausgeschlossen sind. Frieden setzt die Verwirklichung der Menschenrechte voraus, einschließlich der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte.
Wie das Zitat Gandhis verdeutlicht – und die neuere Friedensforschung erfasst – ist Frieden kein Zustand sondern ein Prozess. Grundlegendes Ziel ist die Austragung von Konflikten ohne Einsatz militärischer, kultureller und struktureller Gewalt. Das ist nicht gleichbedeutend mit der Abschaffung von Konflikten, die als notwendig und unvermeidlich in der Gesellschaft betrachtet werden. Es geht aber um eine gewaltfreie, zivile Konfliktaustragung.

Angesichts der zunehmenden zwischen- und innerstaatlichen Konflikte gewinnt die Frage ziviler Konfliktaustragung weiter an Gewicht. Im Spannungsfeld Wirtschaft und Menschenrechte stehen staatliche und privatwirtschaftliche Interessen oftmals Entwicklungen im Sinne eines positiven Friedens entgegen, beispielsweise in Bereichen wie (Waffen)Handel und Ressourcenausbeutung. Positiv ist im aktuellen politischen Geschehen zu vermerken, dass auch die Bundesregierung mit der Entwicklung der Leitlinien „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“ ein friedenspolitisches Leitbild skizziert hat, auch wenn dies – „trotz der ihnen vorangestellten anspruchsvollen Analyse – viele Fragen offen (lässt)“. Wie das Konsortium Ziviler Friedensdienst, die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, das Forum Menschenrechte und der Verband VENRO etwa zur Rolle lokaler und internationaler Zivilgesellschaft in der Friedensförderung in einer gemeinsamen Stellungnahme schreiben, „begrüßen (wir) es, dass sich die Bundesregierung zum Schutz von Zivilbevölkerung in Krisensituationen und zur Partizipation der organisierten Zivilgesellschaft bei der Analyse der Konflikte und sowie die Erstellung konfliktbezogener Strategien bekennt. Auch die Identifizierung lokaler „Agents of Change“ und ihre gezielte Unterstützung werden genannt. Bedauerlich ist, dass sich im Dokument keine Hinweise finden, wie diese sinnvollen und auch anspruchsvollen Ziele erreicht werden sollen.“

In Bereichen der Friedensforschung, der Friedenspädagogik und des Globalen Lernens zum Thema Frieden gibt es konkrete Hinweise, wie eine gewaltfreie Konfliktaustragung gefördert werden kann. Das Ziel friedenslogischen Denkens und Handelns als Alternative zu sicherheitspolitischen Ansätzen ist eine aktive Friedensförderung. Damit ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte zu Bereichen des Globalen Lernens, der Friedens- und Menschenrechtsbildung. Entscheidend dabei ist nicht die Wissensvermittlung, sondern die Förderung von Kompetenzen für gewaltfreie Konfliktlösung und Gestaltung einer Gesellschaft, die auf Verhütung von Gewaltanwendung, die Verminderung von Unfreiheit und sozialer Ungerechtigkeit gerichtet ist.

Angebote hierzu finden Sie in diesem Newsletter. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und hoffen, dass Sie wertvolle Anregungen finden für Ihre wichtige Arbeit zu diesem Thema!

Sarah Fritsch
peace brigades international | Deutscher Zweig e. V. - Koordination pbi Bildungsprojekt
EWIK-Mitglied