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EWIK-Newsletter April 2017: Globales Lernen in der Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung

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Liebe Leserinnen und Leser,

in allen Ländern sind tiefgreifende Veränderungen nötig, um Gerechtigkeit und Wohlstand für alle Menschen und alle Generationen zu sichern. Die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) sind Teil der 2030 Agenda, zu deren Umsetzung sich auch die Bundesrepublik Deutschland bis 2030 verpflichtet hat. Schule bekommt dadurch eine zentrale Rolle zugewiesen, indem sie die Lernenden auf eine globalisierte Welt vorbereitet, ihnen ermöglicht, Kompetenzen zum Umgang mit Globalisierung zu entwickeln und befähigt, ihre Zukunft eigenständig und eigenverantwortlich mit Blick auf die gesellschaftlichen und globalen Herausforderungen in einer immer komplexer werdenden Welt zu gestalten.

Die Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer werden deshalb noch vielfältiger und umfangreicher, und die „Fachbrille“ muss deshalb bei der Unterrichtsplanung deutlich erweitert werden. Der Lernbereich Globale Entwicklung soll sowohl in allen Fächern als auch in Projekten integriert und als Aufgabe der ganzen Schule betrachtet werden.
Lehrende müssen deshalb durch entsprechende Aus- und Fortbildung unterstützt werden, denn zu Recht fragen sie sich, wie dies im Unterrichtsalltag alles bewältigt werden soll. Die Inhalte und didaktisch-methodischen Grundkompetenzen für den Lernbereich Globale Entwicklung sind im Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung in Kapitel 5 dargestellt und werden schon teilweise von einigen Hochschulen und Seminaren in der 1. und 2. Phase der Lehrerbildung umgesetzt.
Trotzdem gehen diese Maßnahmen noch nicht weit genug: um den Lernbereich Globale Entwicklung flächendeckend und nachhaltig in Schule und Unterricht zu verankern, sind auch Fortbildungen in der dritten Phase der Lehrerbildung zu Unterrichts- und Schulentwicklung unbedingt notwendig.

Die Umsetzungsprojekte und Fortbildungsinitiativen der Bundesländer zeigen hier schon Ansätze für mögliche Vorgehensweisen und das neugegründete Netzwerk Orientierungsrahmen Globale Entwicklung in der Lehrkräfte(fort)bildung arbeitet zur Zeit bundesländerübergreifend an Fortbildungskonzepten.

Für ein Gesamtkonzept sind einerseits Fortbildungen notwendig, die Grundlagen vermitteln, wie die Kompetenzen des Orientierungsrahmens im Fachunterricht an geeigneten Themen entwickelt und die methodisch-didaktischen Grundlagen des Perspektivenwechsels in Lehr-Lern-Arrangements eingesetzt werden können. Schulleitungsfortbildungen und Fortbildungen  von außerschulischen Partnern und Nichtregierungsorganisationen sollten das Angebot flankieren.
Andererseits sollte der Lernbereich Globale Entwicklung in jede Fortbildung (so weit möglich) integriert werden, um deutlich zu machen, dass dieser kein Additum ist, sondern nachhaltig in allen schulischen Bereichen integriert werden kann.
Je mehr Fortbildungen diesen Anspruch erfüllen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, den Lernbereich Globale Entwicklung in der Schule zu verankern.

Ich wünsche viel Spaß beim Stöbern zu diesem Thema in diesem Newsletter.

Margrit Scholl
Referentin für Naturwissenschaften am Pädagogischen Landesinstitut in Rheinland-Pfalz
Projektkoordinatorin des Umsetzungsprojekts Globale Entwicklung in der Mittelstufe