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EWIK-Newsletter Februar 2017: Wasser

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Wasser ist Leben. Quelle: Unicef

Liebe Leserinnen und Leser, 

Die Millennium Development Goals (MDG) der Vereinten Nationen hatten sich viel vorgenommen für die Zeit von 2000 bis 2015. Im Bereich "Trinkwasser" konnte das gesteckte Ziel, die Halbierung des Prozentsatzes an Menschen, die keinen nachhaltigen Zugang zu Trinkwasser haben, zu halbieren, erreicht und sogar übertroffen werden: Der Prozentsatz sank von 24% im Bezugsjahr 1990 sogar auf 9% im Jahr 2015. An jedem einzelnen Tag in der Zeit von 1990 bis 2015 wurde für 287.000 Menschen neu ein Zugang zu Trinkwasser geschaffen.

Zu Recht geben sich die Vereinten Nationen mit dem Erreichten aber nicht zufrieden, denn Ende 2015 hatten immer noch 663 Millionen Menschen keinen nachhaltigen Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser. Im September 2015 wurde der Nachfolger der MDG, die Sustainable Development Goals (SDG), in Paris beschlossen. Die SDG fordern in Goal 6, dass bis 2030 alle Menschen, die dann auf der Welt leben, Zugang zu Trinkwasser haben. Und das bedeutet infolge des zu erwartenden Wachstums der Weltbevölkerung, dass jeden Tag für 340.000 Menschen ein solcher Zugang geschaffen werden muss. Die Welt muss ihre Anstrengungen also noch verstärken!

Wenn man einmal schaut, wo die Probleme liegen, so mag einem sofort der Begriff "Megacities" durch den Kopf gehen. In der Tat ist es aber so, dass heute fast 80% der Menschen ohne Zugang zu Trinkwasser im ländlichen Raum leben – oft in Gegenden ohne Stromversorgung, insbesondere in den meisten afrikanischen Staaten.

Lösungen für den ländlichen Raum müssen einfach, robust und kostengünstig sein und auf Community Level greifen. Einmal installiert, müssen sie unabhängig von dauerndem Nachschub an Materialien aus der ersten Welt, also "self-sustainable" sein. Ein Beispiel dafür ist die mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt entwickelte "PAUL Station", die in diesem Film der DBU gezeigt wird. Diese Lösung wird mittlerweile bereits in hunderten Exemplaren weltweit in Dörfern, bei Krankenhäusern und in Schulen eingesetzt und hilft allein dadurch, dass wasserbedingte Krankheiten weitestgehend vermieden werden, die Bildungschancen derjenigen, die am meisten von wasserbedingten Krankheiten betroffen sind, nämlich der Kinder, drastisch zu verbessern.

Es wird keine "one size fits all" Lösung geben, aber der in dem Film gezeigte Ansatz wird in vielen Fällen die sinnvollste Lösung sein. Ich bin überzeugt, dass wir Goal 6 der SDG im Bereich Trinkwasser werden erreichen können, wenn alle mithelfen.

In diesem Newsletter finden sich einige Links zu weiteren Informationsquellen zum Thema Wasser und Entwicklung. Wer das Thema Wasser mit seinen vielfältigen Facetten in Unterricht und Bildungsarbeit aufgreifen will, dem bietet diese Ausgabe zahlreiche Hinweise auf Bildungsmaterialien und Aktionen für die verschiedensten Altersgruppen. Aktuelle Meldungen, Neues vom Blog und aus den Fokusrubriken sowie Veranstaltungshinweise runden diese Ausgabe ab.

Viel Freude beim Stöbern!

Prof. Dr.-Ing. Franz-Bernd Frechen
Universität Kassel, Fachbereich Bauingenieur- und Umweltingenieurwesen
Institut für Wasser, Abfall, Umwelt, Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft