Das zentrale Portal zum Globalen Lernen und
zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Afrika ist schwarz. Wirklich? Vortrag zu Rassismus in Kinderbüchern

Afrika ist schwarz. Wirklich? Vortrag zu Rassismus in Kinderbüchern

Datum: 
17.01.2018
Ort: 
Universität Trier, B22
Trier
Deutschland
0

Die sehr emotional geführte N-Wort Debatte wurde unter anderem ausgelöst durch den Autor Ottfried Preussler, der kurz vor seinem Tode zustimmte, in seinem Kinderbuchklassiker „Die kleine Hexe“ Begriffe wie „Neger“ und „Negerlein“ zu streichen. In Pippi Langstrumpf wurden zuvor schon Begriffe wie „Neger“ und „Zigeuner“ heraus genommen. Diese „geräuschlose“ Korrektur bei Kinderbüchern findet auch bei literarischen Werken von Goethe und Shakespeare statt, wenn sie durch Übersetzungen dem aktuellen Sprachverständnis angepasst werden. Deshalb hat das demonstrative Festhalten am rassistischen N-Wort durch manche Feuilleton-AutorInnen etwas merkwürdig Archaisches.

Auch heute noch werden Menschen aus Afrika in öffentlichen Debatten gerne in einem Atemzug mit Tieren genannt sowie als irgendwie seltsam und exotisch hingestellt. Und Afrika ist schwarz. Afrika ist arm. Afrika ist ursprünglich. Afrika ist exotisch. Afrika ist unterentwickelt. Afrika leidet an Hunger, Krieg, Korruption, Naturkatastrophen und ethnischen Konflikten. All das „wissen“ wir in Europa über Afrika.
Schließlich braucht Europa ein unterentwickeltes Afrika, um sich selbst als entwickelt zu sehen. Es ist beeindruckend, wie aktuell und deutungsmächtig koloniale Afrikabilder „in unseren Köpfen“ noch sind.

„Rassistische AfrikaBilder im Kinderbüchern“ –  ist eine Spurensuche der Aktion 3.Welt Saar e.V. Ausgehend von der Annahme, dass sich die große nationale Politik auch im scheinbar unpolitischen Kinderbuch niederschlägt, nimmt die Referentin anhand von Beispielen den offenen wie verdeckten Rassismus in deutschen Kinderbüchern unter die Lupe, zeigt aber auch positive Veränderungen auf.