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Fokus: Lebensmittelverschwendung

Im Fokus: Lebensmittelverschwendung

Elf Millionen Tonnen Lebensmittelmüll fallen in Deutschland Jahr für Jahr an. Der größte Teil davon - nämlich 6,7 Millionen Tonnen - in den privaten Haushalten. Jede/r Deutsche wirft im Durchschnitt jährlich 82 kg Lebensmittel weg, zwei Drittel davon wären vermeidbar. Dies entspricht einem Geldwert von 235 Euro (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Das Wegwerfen von Lebensmitteln ist aber nicht nur eine Kostenfrage für die Verbraucher/-innen. In jedem Lebensmittel steckt ein immenser Energieaufwand, der für die Produktion, den Transport, die Lagerung und die Vermarktung der Produkte verbraucht wird. Die Auswirkungen sind vielfältig: auf den Geldbeutel, auf Klima und Umwelt, auf weltweite Ressourcenverfügbarkeit. Nicht zuletzt führt das Phänomen auch zu Hunger und Ernährungsunsicherheit in ärmeren Ländern, die oft die Rohstoffe für die Lebensmittel liefern, die weggeworfen werden. Was nicht perfekt ist, kommt oft gar nicht in das Supermarktregal. Ein Teil der Lebensmittel bleibt entweder gleich auf dem Feld zurück, wird von den Supermärkten vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums entsorgt oder an Tiere verfüttert. Dazu kommen die Verbraucher selbst, die etwa jedes achte Lebensmittel in den Müll werfen. Ein Grund für diese Entwicklungen ist sicherlich auch der verlorene Bezug der Bevölkerung zu Landwirtschaft, Tierhaltung und zum Wert von Lebensmitteln.

Laut Deutschem Bauernverband gaben die Verbraucher/-innen 1925 noch rund 50 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus, 2009 waren es nur noch 11,9 Prozent. Hinzu kommt, dass heute lediglich 2 Prozent der Deutschen in der Landwirtschaft arbeiten, Anfang der fünfziger Jahre waren es etwa 25 Prozent.

Die Problematik hat in letzter Zeit zusehends an Relevanz und Brisanz gewonnen, was sich in der intensiven Debatte sowohl in der Politik als auch in der Wissenschaft und der Gesellschaft rund um Handlungsmöglichkeiten widerspiegelt. Klar ist: Die Konsequenzen des Phänomens zu ignorieren ist nicht mehr zu verantworten. Sowohl entlang der Wertschöpfungskette als auch im Konsum- und Einkaufverhalten von Hersteller-, Händler und auch Verbraucherseite muss ein Umdenken passieren.

Das Portal bietet hier die Möglichkeit, sich einen Überblick über das Thema zu verschaffen. Wir haben für Sie im Folgenden interessante Hintergrundinformationen, Bildungs- und Unterrichtsmaterialien, Hinweise auf Filme, Kampagnen und Organisationen zusammengestellt, die das Thema "Lebensmittelverschwendung" aufgreifen.